Fratzenkladde

Nun ist es also soweit … vor etwa zehn Tagen habe ich FaceBook den Rücken gekehrt und mich dazu dort öffentlich erklärt, und vorgestern habe ich den Account abgeschaltet (for whatever it is worth). Von mir aus kann Anonymous jetzt zuschlagen, und good luck to them. Vorbei ist es mit häugig wechselnden Profilbildern von Löwen über Pitbullwelpen bis Guy-Fawkes-Masken, mit unnützem Wissen und witty remarks. Vorbei ist es aber auch mit customized advertising. Die gute Nachricht lautet: Ich habe keine Entzugserscheinungen.

Im Gegenteil: Auf meine Mail hin, mit der ich Freunde, FB-Nutzer wie -Nichtnutzer, auf diesen Blog hinwies und sie bat, in Kontakt zu bleiben, aber ich viele sehr erfreuliche Rückantworten aus ganz unerwarteten, selten gelesenen/gesprochenen Ecken bekommen.

Ich poste im Anschluss noch mal meinen „Abschiedsbrief“ und hoffe, viele mir teure Menschen hier oder anderswo zu sehen, zu sprechen und zu lesen.

Ihr Lieben,

dies ist mein letzter FB-Post. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich ginge, ohne lauthals kundzutun warum. Ich lasse diesen Post ein paar Tage lesbar und schließe dann den Account.

  1. Ich habe ein Problem mit dem Umgang, den FB mit meinen Daten pflegt.
  2. FB trägt erheblich zur ohnehin allgegenwärtigen Werbebelästigung bei, der ich mich zunehmend ausgesetzt sehe. Dies ist aber zumindest ein Ort, an dem ich diese unerwünschte Kommunikation vermeiden kann.
  3. FB fördert eine Kultur der Gedankenlosigkeit und Unverbindlichkeit. Das möchte ich nicht. Wer wissen will, wie es mir geht, der verabrede sich mit mir, ersatzweise rufe mich an oder schreibe eine Mail. Es gibt Menschen, mit denen das sehr gut geht und die mir gerade deswegen sehr ans Herz gewachsen ist. Wer möchte, dass ich seinen Geburtstag (seine Hochzeit, seinen Namenstag …) mit ihm feiere, dem bin ich hoffentlich die Mühe einer persönlichen Einladung auf einem der oben genannten Wege wert.
  4. FB trägt dazu bei, dass die Bedeutung des Begriffs „Freund“ verkommt. Zur Erinnerung: „Freund“ ist kein Synonym für „so ’n Typ, dessen Name mir vage bekannt vorkommt“.
  5. FB hat eine wichtige Funktion nicht erfüllt, die ich bei der (frühen) Eröffnung meines Accounts vermutete. Ich habe keinen besseren Kontakt zu Menschen in weiter Ferne – ich weiß jetzt über ihr Frühstücksei Bescheid und die Konsistenz ihres Stuhls, aber nichts über sie. Kurz: Es bringt mir nichts.

Feder&Schwert, die Firma, zu deren Eignern ich gehöre, wird hier weiter ihren Auftritt haben. Als Werbeplattform ist FB nett, so wie der Vorläufer MySpace, der heute ein reines Vermarktungstool für Musiker/Musik ist. Aber es ist aus meiner Sicht kein soziales Netzwerk, da es bis auf wenige Ausnahmen keine soziale, also gesellschaftsfördernde, Funktion erfüllt.

Danke an alle, mit denen‘s Spaß gemacht hat, und so long.

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Ein Kommentar zu „Fratzenkladde

  1. Naja, FB ist halt nett, um wenig ein klein bißchem am Leben anderer teilzuhaben, die man selten sieht. Bei mir nutze ich es, um meine Verwandten aus der ganzen Welt zu lesen. Echte Freunde rufe ich doch lieber an oder treffe mich mit Ihen. Mal sehen, wie nötig Networking im privaten Bereich in der Zukunft sein wird. Im Beruf sind Plattformen wie LinkedIn oder Xing schon sehr wertvoll

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