Projekt 1.8

Bild (c) webstimme.deBerlin hat also gewählt, und die FDP hat es auf Anhieb, wie SPD-Chef Sigmar Gabriel so treffend feststellte, geschafft, mit der Tierschutzpartei gleichzuziehen. Die Piraten entern mit knapp 9% den Senat, die Liberalität, von der Idee – wenn auch nicht von der Umsetzung – her ein bedeutender Faktor unserer politischen Ethik, landet unter „ferner liefen“.

Projekt 18 also umgesetzt, was am Ende zuzugeben bliebe wäre nur ein Kommafehler? Weit gefehlt. Dies ist die späte Quittung für den Verrat am eigenen Grundgedanken. Liberalität, also Freiheitlichkeit, war in den Ursprüngen dieser Partei von Theodor Heuss, Thomas Dehler und Gustav Heinemann ein Begriff für die Freiheit des Bürgers, für den Schutz seiner Freiheitsrechte. Das „F“ stand ursprünglich nicht für Wirtschaftsliberalismus im Sinne von „Lasst das Kapital mal machen, wird schon werden“, für unbeschränktes Primat der Finanzinteressen und für flotte Jungmänner, die allesamt aussehen wie frischgebackene Versicherungsvertreter.

Ach, in die Unkenntlichkeit gespaßt von Westerwelle, in akademische Lügen gesumpft von Koch-Mehrin, in die sektiererische Europafeindlichkeit getrieben vom sich mit den Christsozialen gemein machenden ewigen Konfirmanden Rösler an der Parteispitze und in die Globalisierungsgewinnlertonne getreten von Dirk Niebel.

Schade.

Ich hätte gern eine Partei wählen können, die die Freiheit im Namen führt.

Doch auch hier sind Namen Schall und Rauch.

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