Der Mann mit dem Kaffeewärmer

Nun isser also wieder weg, der Benny. Gut so. Viel Unnötiges hat er geredet, und die Menschen sind zu ihm hingerannt, als wär‘ es Robbie Williams oder Justin Bieber … dabei besteht nicht mal beim allerbesten Willen eine auch nur oberflächliche Ähnlichkeit. Immerhin weiß ich jetzt, wo der in der Erbmasse fehlende Kaffeewärmer hingekommen ist, der jahrzehntelang das Küchentischambiente meiner verstorbenen Großmutter Babette prägte (s. Bild). Wie er nach Rom gekommen ist, ist mir allerdings nach wie vor schleierhaft.

Genau wie eine Reihe anderer Dinge übrigens. Bis heute hat mir keiner genau erklären können, in welcher Funktion der Herr Ratzinger vor dem Bundestag, der ja mich, der ich Angehöriger des deutschen Volkes bin,  als Teil-Souverän in Berlin vertritt, geredet hat.

War es als Oberhaupt der katholischen Kirche? Kann eigentlich nicht sein, denn im Grundgesetz steht dieser Gleichbehandlungsgrundsatz … und der Dalai Lama hat nicht im Bundestag reden dürfen. Das finde ich ich prima, denn ich bin für eine strenge(re) Trennung von Kirche und Staat, aber wenn es der „Peter Lustig für enttäuschte Christen“ (danke Hagen Rether!) nicht durfte, dann sollte es der bayrische Gottes-CEO auch nicht dürfen.

Oder war es als Staatsoberhaupt des Vatikans? Kann eigentlich nicht sein, denn Staaten, die die UN-Menschenrechtserklärung nicht unterschrieben haben, finden wir gemeinhin pfui, und dass der Gottesstaat seriell Menschen u. a. aufgrund von Geschlecht, Religionszugehörigkeit und sexueller Präferenz usw. diskriminiert, steht ja sicher außer Frage.

Hmmm … geheimnisvoll. Haben wir also all das schöne Geld aus Versehen für einen Religionsführer oder aus Unachtsamkeit für das Oberhaupt eines undemokratischen Staates mit mittelalterlichem Menschenbild ausgegeben? Ach, ist ja eigentlich egal … futsch isses in jedem Fall, der Herr Großinquisitor a. D. ist wieder daheim … schade nur um meinen Kaffeewärmer.

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3 Kommentare zu „Der Mann mit dem Kaffeewärmer

  1. Hmmmmm, vielleicht trifft hier am Ende auch der Orwellsche Satz zu. Manche Religionsoberhäupter sind eben gleicher als andere und so ein deutscher Papst ist schon sehr publikumswirksam. Und irgendwie gehört der doch auch da hin, so vor den Bundestag, vertritt der doch unsere deutsch-christlichen Werte und so. 😛

  2. Ich gehe irgendwie immer mal wieder von der aus Wunschendenken geborenen Fehlannahme aus, wir hätten schon eine komplette Trennung von Kirche und Staat.
    So was rückt dann zumindest meinen Blick auf die Realität wieder zurecht.

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