Leipzig liegt in Hessen

Unschön aufgestoßen ist mir dieser Tage der Beschluss der Buchmesse Leipzig, den Ausstellern des Fantasy-Bereichs ab der anstehenden Messe im Märzt 2012 das Verkaufen zu untersagen. Damit verabschiedet sich die traditionsreichste Literaturveranstaltung Deutschlands von einem aus meiner Sicht sehr attraktiven Alleinstellungsmerkmal, das es gerade kleineren Ausstellern ermöglichte, zumindest einen Teil der nicht unerheblichen Messekosten über Buchverkäufe zu refinanzieren, und schwingt sich auf dasselbe hohe Ross, auf dem die Frankfurter Buchmesse schon seit Jahren sitzt.

Grund für diesen Sinneswandel ist angeblich, dass man es benachbarten Ausstellern gegenüber nicht mehr vertreten könne, dass diese nicht verkaufen dürfen. Vorauseilender Gehorsam oder eben doch Klagen der Großen, warum es den Kleinen so gutgehen müsse? Den Verkauf – was ein logischer Schluss wäre – für alle freizugeben, so menetekelt man in Leipzig, werde die Messe in kürzester Zeit zur Ramschverwertungsveranstaltung verkommen lassen.

Interessant, wie wieder mal der Gleichbehandlungsgedanke genau  in dem Zeitpunkt aus der Schublade gezogen wird, wo er den Gleicheren nutzt. Denn wie sagt schon Orwelll in Animal Farm: „All animals are equal, but some are more equal than others.“ Wehe, wenn der Gedanke, gegen die Ungleichheit zu sein, zur Waffe im Arsenal derer wird, deren Wesenszug sie doch ist.

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