Der Mannheimer Morgen: Journalismus, wie er gar nicht geht

Am kommenden Freitag beginnt der Perry-Rhodan-WeltCon 2011, hier in Mannheim, im schönen Kongresszentrum Rosengarten. Der Pabel-Moewig-Verlag in Gestalt meines lieben Kollegen Klaus Frick hatte Feder & Schwert zur Mitveranstaltung der Lesenacht „Phantastisches Mannheim“ eingeladen. Wir haben gerne eingewilligt und zusammen mit den Kollegen aus Rastatt ein attraktives Freitagsprogramm von Andreas Eschbach über Oliver Plaschka und Ju Honisch bis hin zu Kai Meyer und Markus Heitz aus der Taufe gehoben.

Dass die Veranstaltung eine große Sache wird, hat sogar der Mannheimer Morgen mitbekommen. Und er hat berichtet. Eine ganze Zeitungsseite, die erste Seite der Wochenendbeilage vom 24. 9. Mit gleich zwei bunten Perry-Bildchen, eins davon richtig schön groß, damit man nicht so merkt, dass der Inhalt des Artikels eine Collage aus der Pressemitteilung und einem Interviewschnipsel mit einem Mannheimer Comichändler ist, der auch Perry verkauft. Ging ja auch nicht anders – denn weder mit uns noch mit Pabel Moewig hat Heike Rentsch, Verfasserin des Ganzseiters, gesprochen. Okay, zugegeben, das wäre Mühe gewesen …

So erfährt der geneigte Leser nun Wichtiges, wie etwa dass Heft Nummer 2614 „Navigator Quistus“ heißen wird. Nur … dass ein Mannheimer Verlag Mitveranstalter des ganzen Spektakels ist, die Info hat es nicht ins Blatt geschafft. Mit keinem einzigen Wort. Gut, dafür hätte man recherchieren müssen. Oder wenigstens mal auf eine der Werbepostkarten gucken, vor denen man sich in Mannheim und Umgebung in keiner Kneipe mehr retten kann. Oder jemanden fragen, der sich auskennt. Aber recherchieren … das machen halt nur die … wie hießen die nochmal?

Journalisten, genau, Frau Rentsch.

Setzen, Sechs.

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8 Kommentare zu „Der Mannheimer Morgen: Journalismus, wie er gar nicht geht

  1. Sehr geehrter Herr thetruthsofar,

    wenn man Kritik übt, muss man dabei auch fair bleiben. Ich habe den Hinweis erst Anfang der Woche bekommen, telefonisch habe ich versucht, Kontakt zu bekommen, was aber nicht geklappt hat. Und eine Pressemitteilung habe ich auch nicht bekommen. Und schön, dass Sie Zeit haben, in Kneipen zu gehen, um sich Postkarten anzusehen – ich nicht! Ich finde Ihren Post ehrlich gesagt eine Frechheit, weil Sie mir vorwerfen, nicht recherchiert zu haben. Kommen Sie vorbei, dann kann ich Ihnen den Stapel zeigen, den ich von unserem Archiv bekommen habe und nachts durchgeackert habe, damit überhaupt ein Artikel über die Veranstaltung im Blatt ist. Von Ihrem Verlag habe ich keine Informationen bekommen, aber das wäre ja auch Pressearbeit gewesen, die anscheinend für diese WeltCon als überflüssig erachtet wird. Gut, dass es so kompetente Leute wie in der Comicothek gibt, denn die helfen wenigstens und beschweren sich nicht hinterher – auf diese Art und Weise.

    Ach ja, übrigens danke für die sechs. Ich habe den Artikel vor Erscheinen noch einigen Rhodan-Lesern vorgelegt. Die haben es anders gesehen als Sie. Aber gegen jemand, der so perfekte Verlagsarbeit macht, komme ich natürlich nicht an 🙂

    Mit freundlichen Grüßen

    Heike Rentsch

  2. Es hat schon wieder nicht geklappt mit der Recherche.
    .
    Ich heiße natürlich nicht Herr thetruthsofar, sondern Oliver Hoffmann. Aber das steht auch erst in der zweiten Zeile dieses Blogs.

    Ich lege Wert auf die Feststellung, dass meine Kritik fair ist, denn sie stellt nichts falsch dar und beleidigt niemanden. Sie bedient sich des Mittels der Satire. Und die darf bekanntlich alles, wie schon Kurt Tucholsky im Berliner Tageblatt vom 27. Januar 1919 feststellte.

    Die Pressemitteilung an den Mannheimer Morgen haben wir am 16. 9. versandt. Die Kollegen von Pabel-Moewig bestätigten auf Nachfrage, dass mit ihnen nicht gesprochen wurde, ebensowenig wie mit uns – beide Verlage sind aber zu gängigen Bürozeiten durchgängig telefonisch zu erreichen.

    Der Mannheimer Morgen wird wissen, warum er Feder&schwert seit 22 Jahren beharrlich totschweigt. Ich tu es nicht.

  3. Sehr geehrte Frau Mannheimer-Morgen,

    Kompliment! Ehrlich. Für nachdrückliches Beweisen von Unprofessionalität. Und fürs Ignorieren der postulierten Forderungen im eigenen Kommentar. Fair bleiben, das üben wir noch. Vielleicht abends in einer Kneipe? 😉

  4. Mit der Recherche hat es schon geklappt – ich pflege nur nicht, wenn jemand unter einem anderen Namen in einem Blog schreibt, ihn unter seinem richtigen Namen anzusprechen. Es gibt schließlich eine Netiquette. Und der Mannheimer Morgen schweigt auch niemanden tot … warum auch? Solche Verschwörungstheorien sind wirklich lachhaft 🙂

  5. Liebe Frau Hatgutgelacht, wenn es unprofessionell ist, einen Artikel ohne inhalthaltliche Fehler zu schreiben, dann nehme ich die Kritik an. Wo war ich denn nicht fair? Aber das mit der Kneipe gerne … wenn ich mal nicht unprofessionell recherchieren muss 🙂
    Außerdem: An meinem Artikel war der Knackpunkt, dass der Feder & Schwert-Verlag nicht erwähnt war. Da ich nach einem Gespräch mit Herrn Hoffmann der Überzeugung bin, dass dieser Verlag gute Arbeit macht, werde ich sicherlich bald über ihn berichten. Aber mir Unprofessionalität wegen dem erschienenen Artikel vorzuwerfen, ist falsch.

  6. Was heutzutage nicht alles unter Recherche zu fallen scheint – faszinierend. Netiquette? Aha. Aber immerhin schön betonen, man hätte eine Nacht durchgeackert. Mitleidsbonus? Wohl eher nicht. Wie heißt es doch so schön – nur getroffene Hunde jaulen? Na dann, wuff 😉

  7. Nicht eine, sondern zwei. Und nein, Mitleid wollte ich noch nie … warum auch? Ich liebe meinen Job und arbeite deshalb auch gerne länger … besonders, wenn mich das Thema interessiert und ich finde, dass es es wert ist. Und zudem: wuff, wuff, wuff. Ja, ich fühle mich getroffen, weil der Artikel fehlerfrei ist … wie auch Herr Hoffmann festgestellt hat.

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