Definitiv nicht Gaiman

Die Blutschwerter haben sich mit Imagery befasst. Hier ihr (orthographisch leicht geglättetes) Fazit:

Es gibt Autoren, von denen liest man ein- oder zweimal ein Buch und hat dann seine festen Vorurteile, ob sie gerecht(fertigt,  O. H.) sind oder nicht. Hohlbein zum Beispiel, bei dem ich das Gefühl habe, er hat fünf Bücher geschrieben und schreibt seitdem nur noch bei sich selber ab. Oder Christoph Marzi, dessen Erstling, Lycidas, mir persönlich … sagen wir mal: etwas zu Nahe an Neil Gaimans Niemalsland war. Dass seine erste Sammlung an Kurzgeschichten (deren Titel mir gerade entfällt) genauso aufgebaut war wie Gaimans Die Messerkönigin, macht das Ganze vermutlich nicht besser. So war Marzi für mich lange Zeit „Der Typ, der bei Gaiman abschreibt“, und damit war das Thema für mich gestorben … und dann kommt Feder & Schwert daher und schickt mir mit Imagery einen Roman, der mich des Gegenteils belehrt.

Imagery ist mit fast 290 Seiten ein relativ schmaler Roman, auch im Vergleich mit den Wälzern, die Marzi bisher sonst produziert hat. Die gewählte Schriftart ist weder zu klein noch zu groß, eine angenehme Schriftgröße. Die Umschlagsgestaltung ist ziemlich schlicht, erst wenn man das Buch umdreht erkennt man, dass es aussehen soll wie ein Tablet oder ein Smartphone. […]

Fazit:
Okay, zugegeben, Marzi wird für mich erstmal der Typ bleiben, der bei Gaiman abschreibt. ABER mit Imagery hat er meiner Meinung nach „sein“ Genre gefunden. Hier liefert er einen spannenden Wirtschaftskrimi ab, der sozusagen „eine Minute in der Zukunft“ spielt – angesiedelt ist die Handlung Ende 2010, könnte aber auch morgen passieren. Die Reaktionen der beiden dargestellten Unternehmen ähneln stark denen, die man heute bei Firmen wie Samsung oder Apple und den angeschlossenen Werbeunternehmen beobachten kann. Auch die Charaktere sind durchweg überzeugend. Die Handlung bleibt bis zum Schluss spannend – ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Auch sehr angenehm war das Literaturverzeichnis am Ende des Textes, in dem der Autor seine Quellen aufführt. Alles in allem eine uneingeschränkte Empfehlung – hoffentlich schreibt Marzi auch weiterhin solche Bücher.

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