Pressespiegel

Der Mannheimer Morgen hat offenbar Blut geleckt. In seiner Wirtschaftsbeilage erschien gestern ein Feder&Schwert-Unternehmensporträt. Lest selbst:

Von Mannheim aus direkt ins Reich der Fantasie

Der Verlag Feder & Schwert hat sich seit Jahren auf Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Literatur spezialisiert. Von Michael Hörskens

Götter, die nachts durch die Straßen im viktorianischen London wandeln, eine Leiche in der neuen Ausstellung einer renommierten Galerie oder der Vampir Henry, ein Bastardsohn König Heinrichs VIII., der in Toronto sein Unwesen treibt – es ist fantastische Literatur, die im Mannheimer Verlag Feder & Schwert erscheint. Seit über 20 Jahren veröffentlicht das kleine Unternehmen Bücher der Bereiche Fantasy, Steampunk, Horror, Science-Fiction oder Krimis.

„Wir gehen, wohin uns die Fantasie trägt“, erklärt Oliver Hoffmann, der Verlagsleiter, die Firmenphilosophie. Und dieser Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. So findet Feder & Schwert immer wieder neue Nischen, entwickelt Ideen. „Wir haben daher 2007 unsere origin-Reihe aus der Taufe gehoben“, berichtet Hoffmann. Bei allen Titeln handelt es sich um deutsche Erstveröffentlichungen junger, neuer Autoren im Genre der fantastischen Literatur. Dabei landete der Verlag gleich zu Beginn zwei Volltreffer: Oliver Plaschka aus Speyer gewann mit seinem Roman „Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew“ den Deutschen Phantastikpreis 2008 als bester Debütroman, und die Frankfurterin Ju Honisch erhielt diese Auszeichnung 2009 für „Das Obsidianherz“.

Angefangen hat alles 1989. „Wir waren damals fünf Leute, allesamt Fantastik-Begeisterte aus der Region“, erzählt Hoffmann. Fünf Studenten haben damals begonnen, Fantasy-Rollenspiele zu kreieren. Dabei übernehmen die Spieler die Rollen imaginierter Charaktere und erleben selbst handelnd Abenteuer in einer fantastischen Welt.

Es gibt also in aller Regel weder Spielbrett noch Karten. „Das war für uns damals mehr ein Hobby als ein Beruf“, sagt Hoffmann. Gleich zu Beginn nannten die fünf Gründungsmitglieder ihren Verlag „Feder & Schwert“. Der Germanist Hoffmann arbeitete während dieser Anfangsphase noch drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim, ehe das Team 1993 beschloss, den Verlag als Geschäft zu betreiben.

Feder & Schwert kaufte Spiel-Lizenzen aus den USA, über die Spiele wurde ein Bogen zur Literatur geschlagen. Zusehends verlegten sie dazu noch Fantasy- und Science-Fiction-Romane, verwandte Genres wie Krimis und Thriller kamen dazu, die Auflagen der Bücher wurden erhöht.

„Science-Fiction spielt immer in der Zukunft, Fantasy ersinnt eigene Welten und macht teilweise gesellschaftliche Gegenentwürfe“, unterscheidet Hoffmann einzelne Teilbereiche des Sortiments. „Fantastik hat fantastische literarische Vorläufer“, sagt er und nennt E.T.A. Hoffmann, Jules Verne oder Tolkien, aber auch die Dracula- und Frankenstein-Schauerromane.

Zum Verlagsangebot gehört der schaurig-schöne Horror längst vergangener Epochen in all seinen Facetten, wo man in die nachtdunklen Schluchten von Großstädten eintaucht, um in den Abgründen des Übernatürlichen die ureigene Faszination des Schreckens zu erleben.

Oder die Trilogie der New-York-Times-Bestseller-Autorin Charlaine Harris, die Elemente klassischer Vampir-Literatur mit Romantasy verbindet und unter dem Titel „True Blood“ bereits seit 2009 im deutschen Pay-TV und bei RTL II zu sehen ist. Seit 2009 hat Feder & Schwert nach eigenen Angaben zudem als erster deutscher Verlag den Fantasy-Trend „Steampunk“ im Programm, der die viktorianische Ära thematisiert und aus Großbritannien und den USA nach Deutschland schwappte.

„Wir arbeiten seit Jahren mit Literatur-Agenten in London und New York zusammen“, erzählt Hoffmann, daher stammten 70 Prozent der im Verlag erscheinenden Bücher aus dem anglo-amerikanischen Raum. „Wir betreiben aber auch selbst Scouting und geben deutschen Schriftstellern eine Chance.“

Neben Belletristik bietet Feder & Schwert als weiteres Standbein Dienstleistungen im Bereich kreativer Werbemaßnahmen, Konzeption, Design und Texterstellung an. „Wir geben anderen Verlagen, Computerspielfirmen, Werbeagenturen und allen anderen, die Bedarf daran haben, Hilfestellung im Bereich unserer Kernkompetenz: Geschichten erzählen“, sagt Verlagsleiter Hoffmann.

Im kleinen Team von acht Beschäftigten (vier Eigentümer und vier Mitarbeiter) realisiert der Verlag im Mannheimer Stadtteil Käfertal sein Sortiment. Lektorat, Gestaltung, Cover-Design und Satz erfolgen im Haus, ebenso das Korrektorat, zu dem noch einige freie Mitarbeiter hinzugezogen werden.

Wirtschaftsmorgen
23. November 2011

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