Schwarzstabs Turm

Die Erscheinungsdichte, die den Rezensenten damals so freute, haben wir zwar nicht ganz gehalten, aber es ist schön zu sehen, dass auch unsere rollenspielbezogenen Fantasytitel gut ankommen.

Und nächsten Monat erscheint „Totenstadt“ ja … was ist schon ein halbes Jahr … Das jedenfalls sagte Moritz Mehlem im D&D-Gate zu unserem Erstling aus Ed Greenwoods Tiefwasser-Romanreihe:

Aufmachung und Inhalt

Vorsicht (wie immer wenige) Spoiler!!!

Merkwürdiges Cover. Ich vermute mal, dass diese Spiralen das Innere des Turms darstellen sollen, habe mir das aber aufgrund der Beschreibungen völlig anders vorgestellt. Der irgendwie unheimliche Blau-Farbton gefällt mir aber durchaus und die Atmosphäre, die vermittelt wird, ist passend zum Inhalt.

Leider gibt es keine Karten oder Innen-Illustrationen, aber immerhin ein kleines Glossar, das Neulingen in den Vergessenen Reichen den Einstieg erleichtert.

Zur Übersetzung und zum Lektorat muss man gar nichts sagen, im ganzen Roman finden sich nicht mehr als eine Handvoll Tippfehler und außer der Tatsache, dass ich „barracks“ nicht mit „Baracke“ übersetzen würde. Aber das ist der einzige kleine bis mittelschwere Übersetzungs-Klopps, also an dieser Front ein kurzes „Daumen hoch“.

Kommen wir kurz zum Inhalt, ohne viel vorweg zu nehmen:

Der aktuelle Schwarzstab (im Jahr 1479), Samark, wird von zwei mysteriösen gestaltwandelnden Magiern ermordet und seine „Gespielin“ entführt, um aus ihr die Geheimnisse des titelgebenden Turms herauszupressen.

In diese politischen Intrigen wird Renaer Neverember mehr oder weniger unfreiwillig hineingezogen, der fortan versucht, den Plan der „bad guys“, den Schwarzstab zu beerben, zu vereiteln. Das schwarze Schaf der Familie des offenen Herrschers über Tiefwasser hat ein wahres Panoptikum an Helfern um sich geschart und die Jagd geht über die Katakomben unter Tiefwasser über das Anwesen der Neverembers und ein geheimes Versteck bis hin zum Showdown im Turm.

Bevor die Guten und die Bösen dort ankommen und feststeht, wer denn nun der nächste Schwarzstab sein wird, gibt es jede Menge Intrigen, Magie, Kämpfe und Eingriffe von fast schon göttlicher Qualität.

Besonders gut weiß hier zu gefallen, dass die Handlung durch viele Wendungen schwer vorherzusehen ist, so sterben beispielsweise im Verlaufe der Handlung zwei der Guten, was sonst in den Romanen der Vergessenen Reiche höchst selten vorkommt und auch dann nur, wenn es einem „höheren Gut“ dient. Hier wird im Gegensatz dazu einfach nur gestorben – einmal sogar völlig aus heiterem Himmel.

Fazit:

Eine gute Übersetzung eines guten Buches, das in einem guten Setting spielt und die Welt interessant darstellt. Was soll ich da großartig dran herumkritteln. Einziger kleiner Schwachpunkt war, dass man auf das Eingreifen des „Helden“ – und zwar Schwarzstabs Turm – so lange warten musste.

Uneingeschränkte Lese-Empfehlung.

Auch positiv, dass F&S an der Sache dranbleiben und schon vor- und fürsorglich die Erscheinungstermine und Titel der nächsten Bände verkündet haben:

Nebelufer – 4. Quartal 2010

Schattenlabyrinth – 1. Quartal 2011

Totenstadt – 2. Quartal 2011

Sprich: Alle 4 Monate gibt es einen neuen Band. Ich freue mich drauf.

Bewertung:

(4.4 von 5)

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