Der bessere Präsident …

Imageist er schon, der Joachim Gauck. Das lässt sich kaum anzweifeln. Aber das wären so viele Bundesdeutsche über 40, dass es keiner Erwähnung bedarf. Denn Wulff war sicher kaum zu unter-treffen.

Nun soll also einer das unnötigste Staatsamt der BRD bekleiden, der eigentlich ein Prediger ist. Was ist denn nochmal gleich aus der Trennung von Kirche und Staat geworden? Aber damit könnte ich noch leben … ich habe ganz andere Schmerzen mit ihm.

Nein – nicht seine „verworrenen Familienverhältnisse“, über die sich die selbsternannte moral majority des Landes auf ihrem verlorenen Posten so aufplustert. Mir geht es um drei Dinge.

1. erscheint es, als schmücke er sich mit dem DDR-Bürgerrechtler-Etikett, sei aber eigentlich einer, der erst auf die Straße ging, als es dort vor Demonstranten so wimmelte, dass es kein nennenswertes Risiko mehr bedeutete.

2. Gauck bezeichnete die Occupy-Wall-Street-Bewegung bei einer Veranstaltung der Zeit im Oktober 2011 als „unsäglich albern“, nachdem Menschen weltweit gegen die Macht der entfesselten Finanzmärkte demonstriert hatten. Der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne, sei eine romantische Vorstellung, sagte Gauck. Es sei ein Irrtum, zu glauben, dass alles schön sei, wenn man das Kapital besiege. Die Bürgerproteste gegen die Banken und das Finanzsystem würden sich seiner Ansicht nach nicht zu einer dauerhaften Bewegung entwickeln werden: „Das wird schnell verebben“, erklärte Gauck (Quelle: SZ). Damit gehört er für mich nicht zu den 99%, sondern eben zu dem einen. # Not my President.

3. hat er als Chef der Stasiakten-Zentrale dort einen erklecklichen Stamm an Altlasten in Form von Stasi-Mitarbeitern behalten. Dieser völlig unverständlichen Verhaltensweise, die er mit „Versöhnungswillen“ erklärt, haben wir es zu verdanken, dass nach dem 2. Weltkrieg unsere politische Klasse von Altnazis durchsetzt war und der Verfassungsschutz auch heute noch nichts auf die Kette kriegt, wenn es um alte oder neue Nazis geht.

Das führt mich zu Beate Klarsfeld. Die hat wenigstens Kiesinger geohrfeigt … und nachdem Georg Schramm (aus sehr honorigen und nachvollziehbaren Gründen) nicht wollte …

Ah well, er wird’s werden, der Konsens-Pastor Gauck. Der bessere Präsident zweifelsohne. Aber nicht meiner und womöglich auch kein guter.

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2 Kommentare zu „Der bessere Präsident …

  1. Ich hatte auch die höhere Meinung von ihm, als er gegen Wulff angetreten ist. Aber das war ja nicht schwer, auch wenn man noch nicht wusste, wie peinlich das noch wird… 😛

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