Überrasch mich … aber überrasch mich nicht …

Sicher, Kolleginnen & Kollegen, der Hobbit kommt in die Kinos. Aber das muss doch nun wirklich nicht sein … die Herbstvorschauen der einschlägigen Anbieter quellen über vor Recycling alter Titel, ja sogar ein „Begleitbuch“ aus berufener Feder wird es geben – dabei existiert das einzige Buch, das man zu diesem Film braucht, schon lange; es heißt Der kleine Hobbit und ist von einem gewissen J. R. R. Tolkien, von dem ja der eine oder die andere sicher schon mal gehört hat (genau, das ist der, der die Drehbuchvorlagen für diese drei Blockbuster neulich geschrieben hat …)

Doch damit nicht genug. Als gelte es, den Unsinn der Völker- oder, wie ein lieber, viel gelesener Kollege  sie so treffend nennt, Trash-Fantasy auf die Spitze zu treiben, lockt Heyne uns mit dem sogenannten „Spitzentitel“ Orks vs. Zwerge. Was zuerst anmutet wie eine Partie US-Basketball (vgl. „Mavericks vs. Lakers“ usf.), ist in Wirklichkeit ein sogenannter „Mash-Up“: Dieser Roman behandelt nicht nur ein, sondern gleich zwei Standardvölker des Fantasy-Genres, aufbereitet in kriegerischer Façon.

Man muss gar nicht glossieren, zitieren reicht völlig:

Millionen Leser können nicht irren: Orks und Zwerge sind Tolkiens erfolgreichste Völker. Ein jahrtausendealter Hass … eine gewaltige Schlacht … ein einzigartiges Epos!

Mit anderen Worten und übersetzt für Fantasy-Freunde: Uraltbekanntes nach Marketinggesichtspunkten im neuen Gewand, und dann nicht mal ein ordentlicher Titel, der dem Sujet und dem Genre gerecht wird.

Dass das Umschlagbild zwei Waffen in „Großaufnahme“ zeigt, versteht sich von selbst.

Ich muss weg … Zeit für Palm vs. Face.

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3 Kommentare zu „Überrasch mich … aber überrasch mich nicht …

  1. Ich danke dir für diesen Kommentar. Ist es nicht wunderbar, wie mal wieder allüberall Konsumentenverarsche betrieben wird? Wetten, dass auch noch inflationär Bücher mit Halbling-Protagonisten an den Start gehen werden? Das Wort „Hobbit“ scheint ja ein geschützter Begriff zu sein (zum Glück…).

  2. Ja, und gut gelacht. T. S. Eliot, ja? Hmmmm …. „Ähnlich wie die Sprache, sind auch die Figuren und Schauplätze seiner Dramen zeitgenössisch und oftmals alltäglich“ (Wikipedia). Vor allem aber sollte man überlegen, auf WEN man ‚anspielt‘: „Obwohl sich Eliot nach dem Zweiten Weltkrieg implizit zumindest teilweise von derartigen Ansichten distanzierte, spielen antisemitische Grundzüge seines Denkens auch in der aktuellen Eliot-Forschung noch eine Rolle.“ (auch Wikipedia). Ah well …

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