Die Hand an der Wiege der Demokratie

bild (c) br.de

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Eigentlich wollte ich was zu den Wahlen in Griechenland, zu der Art, wie ganz Europa den Hellenen klarmachte, was sie bitte zu wählen hätten und zu den zunächst schwurbelnden Aussagen Frau Merkels („Europa der zwei Geschwindigkeiten“) sagen. Dann sagte die Frau aus dem Kanzlerinnenamt den Griechen aber immerhin klipp und klar, dass sie a) im Euro zu bleiben haben (über DIE Euro, derzeit zweifellos das heißere Thea, verkniff sie sich gottlob Kommentare) und dass es b) jetzt aber kein Nachverhandeln gibt, nur weil man in Hellas eine große Koalition (das ist Politologendeutsch für parteienübergreifende Stillstands- und Stillhaltevereinigung) statt der bitterbösen Linksradikalen gewählt hatte.

Und kaum hatte ich Merkel aus dem Konzept gestrichen (oh, das klingt schön …), kam die TITANIC und erklärte den Rest des Themas pointierter, als ich es gekonnt hätte. Ich gebe es hier wieder – (c) Titanic, das endgültige Satiremagazin – und sage dem Autor artig danke.

Fragen und Antworten zur Wahl in Griechenland

  • Was ist in Griechenland eigentlich geschehen?

Die Griechen „haben das Schlimmste abgewendet“ (Heute-Journal), indem sie nicht eine sozialdemokratische Partei auf Prä-Schröder-Niveau als stärkste Kraft gewählt haben.

  • Was wäre denn passiert, wenn diese Partei gewonnen hätte?

Das muß man sich so vorstellen: Griechenland hat vor einer Weile bei Germany’s Next Topmodel gewonnen und einen großzügigen Standard-Knebelvertrag erhalten. Hätten die Griechen nun anders gewählt, wäre das so, als würden sie einen Anwalt einschalten, der den Vertrag neu verhandeln will.

  • Und das geht nicht?

Gute Güte, nein: Vertrag ist schließlich Vertrag. Deutschland hätte dann nicht mehr die vereinbarten Aufträge und Zahlungen garantieren – und Griechenland kein Geld zur Seite legen können.

  • Wofür das?

So einen Vertrag kann man nicht verändern oder kündigen – aus dem muß man sich freikaufen.

  • Wie geht es jetzt weiter für Griechenland?

Wenn alles glattläuft, speckt es weiter ab, nimmt die nötigen Schönheitsoperationen vor und bleibt so noch eine Weile im Geschäft. Z.B. mit heißen Storys in der Bild-Zeitung.

  • Was kann jetzt noch schiefgehen?

Naja, diese Partei ist schließlich (zu) stark im neuen Parlament vertreten. Und daß es so eine noch nicht mal als Opposition geben sollte, weiß man doch aus dem erfolgreichen und wunderschönen Deutschland.

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