Pures Grauen nach dem Frühstück

ilgenAm Samstag vor einer Woche habe ich in St. Ilgen aus dem Facebook-Killer gelesen. Folgendes hatte Sabine Geschwill heute in der RNZ dazu zu berichten:

Um „5 nach 9 Uhr“ war die Welt beim ökumenischen Frauenfrühstück im Martin-Luther-Haus noch in Ordnung. Niemand dachte beim Sektempfang und angesichts der köstlichen Frühstückstafel an Mord oder zerstückelte Frauenleichen. Und doch sollte den Damen bald das Lachen vergehen und ihnen das pure Grauen begegnen. Denn zu Gast war Oliver Hoffmann.

Der Buchautor las aus seinem neuesten Krimi „Der Facebook-Killer“. 1965 in Mannheim geboren, studierte Oliver Hoffmann Germanistik, Politische Wissenschaft und Medienwissenschaft und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Forschungsprojekt zum Thema Mediengewalt an der Universität Mannheim. 1989 gründete er mit anderen Fantasy-Begeisterten den Verlag „Feder & Schwert“, dessen Schwerpunkt fantastische Literatur und Rollenspiele sind.

Dieser Oliver Hoffmann sorgte nach dem leckeren Frühstück und der ausgiebigen Stärkung binnen weniger Sekunden für Totenstille im Saal. Er hatte die Damen vorgewarnt und versprochen, das schlimmste Kapitel zuerst zu lesen und dann ein Lustigeres folgen zu lassen.

Hoffmann kann nicht nur spannend schreiben, sondern auch fesselnd vorlesen. In seinem Buch treibt ein Serienkiller sein Unwesen in Paris. Er sucht seine Opfer im Internet, sein Jagdrevier ist der Chat. Dort täuscht er seine weiblichen Bekanntschaften, lullt sie ein, arrangiert ein Treffen und bestraft sie dann mit tödlicher Grausamkeit. Der Facebook-Killer kennt keine Gnade. Sein nächstes Opfer hat er schon in seinen Keller gezerrt. Sie leidet Höllenqualen, hat unerträgliche Schmerzen von seinen brutalen Schlägen.

In Bruchstücken erinnert sie sich. Sie traf ihn, ihren ach so netten Chatbekannten, in einem Café in der Nähe des Louvre. Denn ab und an suchte sie den Kick und traf sich mit ihren Internetbekanntschaften. „Ein bisschen Spaß muss sein“, war ihre Devise. Nach dem lustigen Abend bemerkt sie viel zu spät das seltsame Schwindelgefühl. Sie ist nicht mehr Herr über sich selbst. Kaum nimmt sie neben ihrer Bekanntschaft im Auto Platz, trifft sie ein harter Schlag ins Gesicht.

Jetzt liegt sie hilflos in Schmerz und Blut in einem Keller. Sie versucht, ihre Lage richtig einzuschätzen, will die geringste Chance gegenüber ihrem Peiniger zur Flucht nutzen. Aber sie hat Todesangst. Denn sie entdeckt an den Wänden eine Schreckensgalerie: ermordete, zerstückelte junge Frauen. Am Ende der Reihe sieht sie ihr eigenes Bild. Für den Vorwurf, wie sie nur so naiv sein und sich auf den fremden Mann einlassen konnte, war es jetzt zu spät: Sie hört schon Schritte. Der Killer nähert sich ihrem Kellerverlies …

Die Lesepause, die Oliver Hoffmann an dieser Stelle geschickt eingelegt hatte, sorgte für ein hörbares Auf- und Durchatmen bei seinem weiblichen Publikum. Im nächsten Kapitel machten die Frühstücksgäste Bekanntschaft mit der Psychologin Geza Wolf, genannt die „Wölfin“, die aus Mannheim nach Paris gerufen wird, um das Profil dieses Serienmörders zu erstellen. An der Seite des psychisch schwer angeschlagenen Pariser Kriminalkommissars Maxime Fronzac versucht sie, den Facebook-Killer dingfest zu machen.

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