Schämen für Olympia

ImageDass ausgerechnet ein US-Athlet die Eier hat, sich laut gegen die faschistoide Antihomosexuellenpolitik der Putin-Junta zu äußern, freut mich. Aus Protest gegen den Druck auf Homosexuelle in Russland hat 800-Meter-Läufer Nick Symmonds seine Silbermedaille bei der Leichtathletik-WM in Moskau seinen schwulen und lesbischen Freunden gewidmet.

Für die aus meiner Sicht einzig denkbare Antwort auf eine solche ungeheuerliche Diskriminierung, den Boykott, hatte das deutsche NOK natürlich nicht den Mut. Jetzt bekundet jeder Sprung, jeder Schritt, jeder Wurf eines deutschen Athleten, einer deutschen Athletin dort die stille Komplizenschaft mit Putins unerträglicher Unterdrückerhaltung unerwünschter sexueller Orientierungen, denn auch hier gilt: Schweigen bedeutet Zustimmung.

McDonald’s, Visa und Panasonic sponsern das Ganze noch aktiv. Oh, und natürlich Coca-Cola, bei deren Weltverbesserer-Wohlfühl-Kinospots mir schon lange das Kotzen kommt.

Das Einzige, was ich tun kann, ist den Fernseher auslassen. Berlin 1936 und Moskau 2013 reichen sich die Diskriminierungshand. Ich möchte wenigstens nicht zusehen müssen. Denn auch mediale Beteiligung bedeutet letztlich: Zustimmung.

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2 Kommentare zu „Schämen für Olympia

  1. gibt viele athleten denen das ebenso wenig gefällt wie dir — die sagen allerdings dass der sport ihr leben ist, und die teilnahme an olympia das größte, wofür sie seit 5 oder 10 oder 15 oder mehr jahren jeden tag hart arbeiten.

    ein boykott wäre für all diese sportler ein schlag ins gesicht. es gibt hier keine saubere lösung die perfekt für alle ist, und auch wenn ich selbst über einen privaten boykott nachdenke (nicht anschauen, nicht drüber lesen, etc.), ist es eben doch nicht so ganz einfach wie häufig dargestellt.

    gerade wenn eine website „thetruthsofar“ heißt sollte man sich doch einen bisschen genaueren und besser recherchierten blickwinkel wünschen ;).

  2. Lieber torvon,

    The Truth So Far ist mein Blog und gibt MEINE Wahrheit, MEINE Sicht der Dinge wieder. Sie ist kein Nachrichtenmedium und erhebt keinen Anspruch auf Objektivität. Im Gegenteil: Sie ist (zur Diskussion gestellte) Meinung pur.

    Davon ab ist nichts in meinem Olympiaartikel falsch oder ungenau recherchiert.

    Mir ist klar, was ein Olympiaboykott für die betroffenen Sportler bedeutet. Aber ich bleibe bei dem, was ich sagte – wer hier das eigene Ego vor den Kampf gegen dieses Maß an Diskriminierung stellt, macht sich mitschuldig.

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