Trost aus dem Kofferraum

ImageFrühwinterabend auf der Autobahn, Leihwagen. Stockfinster um fünf. Alle und ihr Bruder treffen sich zum abendlichen Rush-Hour-Stelldichein auf der A3. Muss in den Pott, aber das TomTom ist inkompatibel mit meinen Wurstfingern. Nebel deutet nonchalant an, er sie zum Überfrieren fähig und bereit. (Bitte nicht, sonst fahren die wieder alle, als sei in Deutschland noch nie Winter gewesen). Im Supermarkt zuvor hastig das Essen eingekauft, auf das in Oberhausen gefühlt seit Stunden fünf knurrende Mägen warten. Im Radio: SWR3-Nachrichten. Die große Koalition gibt sich alternativlos und stümpert einen Vertrag zusammen, der „Deutschlands Zukunft gestalten“ heißt, sich aber eher liest wie ein Ehevertrag, der nach der Zerrüttung formuliert wurde. Er ist das Papier nicht wert, auf das er gedruckt wird. Versuche in einer Stimmung zwischen Totaldepression und dumpfer Wut, mich selbst mit Konstantin Wecker zu agitieren. Der sinniert über Angela Merkels Brüste. Auch hier wenig Rettung in Sicht.

Dann erklingt unvermittelt, irgendwo kurz vor Köln, die Stimme der allwissenden Frau im Kofferraum, Miss TomTom. Schmeichelnd, sanft und unübertrefflich klug sagt sie in die Nebelnacht:

„Bleiben Sie links.“

Ich atme auf.

Na also. Geht doch.

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