Eis & Dampf: erste Rezis

Der Verein Übermorgenwelt Ulm e. V. hat auf seiner Homepage Eis & Dampf rezensiert – und zwar folgendermaßen:

 
 
 
Es ist geglückt. Das Crowdfunding Projekt von Judith und Christian Vogt hat das ursprünglich gesteckte Ziel übertroffen. Der geneigte Leser kann nun nicht nur mittels E-Book die 13 Geschichten der 12 Autoren dieser Anthologie genießen, sondern bei Bedarf auch das Paperback des Buches mit dem sehr ansprechend gestalteten Cover in sein Regal stellen.
Als Unterstützer hatte ich dann auch pünktlich mein E-Book-Exemplar in meinem Postfach und kann nun darüber berichten.
Es haben sich hier also 12 Autoren zusammengefunden und 13 Kurzgeschichten in einer Anthologie  veröffentlicht. Die Geschichten spielen, wie vorher angekündigt, alle in der Steampunk-Welt aus dem Roman „Die zerbrochene Puppe„, wobei die Autoren diese ursprüngliche Geschichte unterschiedlich stark einbeziehen. Jede Geschichte steht für sich, und kann auch völlig unabhängig vom „Besten deutschsprachigen Roman 2013“ (Deutscher Phantastikpreis) gelesen werden. Trotz allem ist es empfehlenswert, den Roman zu kennen… davon abgesehen, dass man diese Geschichte ohnehin gelesen haben sollte.
Eigentlich würden 12 einzelne Rezensionen diesen Blog sprengen. Trotzdem möchte ich doch zu jeder dieser Geschichten 2-3 Sätze verlieren. Allen gemein ist eine hervorragende Anpassung an die Welt aus der „zerbrochenen Puppe“ – sowohl inhaltlich als auch vom Schreibstil. Definitiv eine Leseempfehlung für Kurzgeschichtenliebhaber und ein „Muss“ für Freunde des bereits mehrfach erwähnten Vorgänger-Romans.
Galileo starb zu Recht – Mike Krzywik-Groß

Die Jagd auf eine Diebin und eine besondere Puppe nimmt eine dramatische und unerwartete Wendung! 
Großartige Geschichte, die im Kurzen alles bietet, was auch einen „ausgewachsenen“ Roman kennzeichnet.

Eiken – Christian Vogt

Ein spannendes Wiedersehen mit Eiken, dem Luftschiffpiraten.
Diese tolle Geschichte führt den Leser in eine Luftschlacht und in ein „Geplänkel“ im Hintergrund.

Totenliebe – Torsten Exter
Geschichte von Puppen, Shelly’s und Totenliebe.
Eine meiner Lieblingsgeschichten dieses Buches, nicht zuletzt durch den Erzählstil von Torsten Exter. Viele Szenenwechsel lassen das wahre Bild der Geschichte tatsächlich erst am Ende entstehen… super!
Das Ægyptische Axiom – Stefan Holzhauer

Auch in  Ægypten haben Shelly’s Einzug gehalten und Heinrich Jonas, dem die Ehre zuteil wurde die Pyramiden und benachbarte Grabstätten zu untersuchen, sieht sich plötzlich mit einer unglaublichen Bedrohung konfrontiert.
Die wohl längste Geschichte im Buch schafft es, die alten gruseligen Pyramiden-Ausgrabungsgeschichten und Steampunk stilecht und fesselnd zu vermischen. Fast schon ein Buch im Buch.
Das Tourbillon – Henning Mützlitz
Die Geschichte um die Ablieferung einer Uhr, wenn man denn diesen simplen Begriff dafür benutzen darf, hat ein unerwartetes Ende zu bieten.

Ich gebe zu, ein wenig war ich schon auf das Ende gefasst – doch darum geht es nicht. Die Beschreibung der Ablieferung ist detailliert und fasziniert den Leser bis zum finalen Höhepunkt.
Der Gipfel – Christian Lange

Auf der Suche nach dem Versteck der Luftschiffpiraten begibt sich Nummer Eins in eine Situation, die er völlig unterschätzt und nur kurz bereuen kann.

Eine Reise in den Harz und die engstirnige Suche nach etwas, dass der Protagonist lieber nicht finden sollte, werden spannend beschrieben. Christian Lange schafft eine großartige Atmosphäre und versetzt den Leser in den düsteren Harz.

Im Auge des Sturms – Stefan Schweikert
Ein junges Strassenmädchen träumt davon, einmal Luftschiffkapitän zu sein, doch dann muss sie unversehens mit den dunkelsten Plänen auf Æsta Bekanntschaft machen.
Wieder eine tolle Verbindung zum ursprünglichen Roman. Der Leser fiebert und leidet mit Samanða Halkins und hofft, dass sie ihrem Schicksal entrinnen kann. Stefan Schweikert schafft eine Verbindung zu seiner Protagonistin, die den Leser einfach gefangen nimmt.

Der Puppenmacher – Judith C. Vogt

Nach Eiken nun die Rückkehr von Tomke Haukestochter und ihrer Suche nach der Puppe Ynge und einem Dämon.
Die Geschichte für und mit Elisabeth ist auch die Geschichte um den Ursprung der Puppe Ynge. Judith Vogt bewegt den Leser mit dieser Erzählung und verbindet „die zerbrochene Puppe“ mit den neuen Charakteren in wundervoller Weise.

Honig mit Hindernissen – André Wiesler
Der Friese Tindwerch vertreibt sich seine Langeweile durch einen gefährlichen und handfesten Auftrag – dabei wollte er doch eigentlich nur Honig essen.
Auch wenn es sich bei dem Friesen eher um einen grobschlächtigen Kerl zu handeln scheint, hat er dank André Wiesler schnell die Sympathie des Lesers auf seiner Seite. Immerhin hat er einiges zu bestehen – und dabei rede ich nicht nur vom Zahnarzt…

Japanische Stille – Ann-Kathrin Karschnick

Eine neue technische Entwicklung in der Luftschifffahrt soll während einer Feier erstmals vorgeführt werden – doch noch bevor es so richtig losgeht, sind die geheimen Pläne auch schon gestohlen. Hikaru Mikishiro greift durch, um den Dieb zu fassen.
Ein kleiner Luftschiffkrimi mit einem japanischen Sicherheitschef, der fast mit Sherlock Holmes konkurrieren könnte. Spannend zu lesen mit netten Steampunk-Technikideen.

Doppeltes Spiel – Eevie Demirtel
Davit ist auf einer Rettungsmission – doch der zu Rettende hat überraschend andere Pläne. 
Ein kurzer Blick in die Abgründe einer Seele offenbart sich dem Leser in dieser spannenden und tragischen Geschichte.

Nach Westen – Marcus Rauchfuß

 Die Spanier machen sich auf den Weg nach Westen und treffen auf ein neues Volk.
Allerdings bleibt dieses Treffen nicht ohne Folgen…

Wenn die Eroberer des Westens ein Luftschiff gehabt hätten, könnte der Verlauf der Reise wie hier beschrieben erfolgt sein… eine Parallele findet sich mindestens! Eine interessante Geschichte, aber für mich persönlich dann doch einen Tick zu kurz gehalten.
Freiheit für Rumelien! –  Christian Vogt
Der kürzeste Text im Buch ist eigentlich keine Geschichte, sondern eher eine Beschreibung des Widerstands gegen die Unterdrücker. Ein provokativer Text, der den Leser zum Nachdenken anregt und sicherlich polarisieren wird.

Bei einigen der Geschichten möchte ich sagen: „Und wie geht’s weiter?“ Das Buch sollte die Welt der „zerbrochenen Puppe“ vertiefen und fortsetzen – und das ist definitiv gelungen. Und wieder sind da Charaktere, die den Leser faszinieren, deren Schicksale auch nach dem Ende der Geschichte noch in den Köpfen geistern und man sich einfach fragt, was wohl aus ihnen geworden ist…

Alle Autoren zeigen großes sprachliches Talent und es macht einfach Spaß dieses Buch zu lesen. Mehr davon!
Zu guter Letzt sind mir während des Lesens in zwei Geschichten das inhaltlich gleiche Sprichwort aufgefallen – ein Zufall?? … oder eine unterschwellige Reaktion auf den redaktionellen Zeitdruck? 😉
Der Eilfertige und der Lahme treffen sich auf der Fähre wieder.  (Das Ægyptische Axiom)

Zu eilig und zu träge kommt man gleichermaßen zu spät! (Tourbillon)

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