Das Grün-Defizit

Offizierssiedlung-2

Sorry, Bäume … ihr werdet sterben.

 

Experten haben in Mannheim mögliche Standorte für neue Bäume in der Innenstadt ins Auge gefasst. Zunächst sind allerdings (nach den massiven Abholzungen der vergangenen Monate) insgesamt nur 38 Neupflanzungen in den Quadraten vorgesehen.

Dafür werden allein in der Offizierssiedlung Käfertal im Zuge der Konversion 500-700 alte Bäume gefällt werden, die neuen Häuser weichen müssen – nur einer der vielen Zankäpfel im Zusammenhang mit der Vernichtung des Kleinods im Mannheimer Norden.

Gleichzeitig betont die Stadt allerdings gebetsmühlenartig, sie wolle aus dem Grün-Defizit heraus. Dazu möchte sie nun in der Innenstadt weitere Bäume pflanzen, und weil es dazu offenbar nicht reicht, ein Loch in die Erde zu machen und einen Baum zu pflanzen, nahm die Verwaltung statt für Bäume in bester Technokratenmanier erst mal Geld für Fachleute in die Hand, in diesem Falle für das Gutachter-Büro IUS Waibel und Ness. Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats nickte das Konzept der Fachleute, das Umweltbürgermeisterin Kubala (tatsächlich: Grüne) vorlegte, gestern wie üblich ab, Gesprächsbedarf bestand augenscheinlich nicht. Diesem Konzept entsprechend soll zunächst die eingangs erwähnte stattliche Zahl von ganzen 38 neuen Bäumen an ausgesuchten Standorten in der Innenstadt wachsen und gedeihen – ganze 21 davon als Ausgleich für die umstrittenen, angeblich der Notwendigkeit eines Radwegs geschuldeten Fällungen alter Platanen in der Bismarckstraße 2015. Das taugt als Ausgleich in etwa so viel, als schlüge man jemandem ein Auge aus und lasse ihn jeden zweiten  Mittwoch im Monat durch eine Brille schauen.

„In Zeiten des Klimawandels bekommen die Stadtbäume eine immer größere Bedeutung. Besonders in der Innenstadt, die sich im Sommer im Verhältnis zu den Vororten stark aufheizt, wirken insbesondere Stadtbäume temperaturausgleichend“, steht in der Ratsvorlage zum IUS-Konzept. Warum daraus allerdings logisch folgen soll, dass es eine gute Idee ist, das Verhältnis Innenstadt/Vororte zu verbessern, indem man siebenhundert Bäume dem Profit einer Investorin opfert, mag verstehen wer will – dem Autor dieser Zeilen gelingt es nicht.

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