Koalas: Ich bin dann mal weg

Am vergangenen Sonntag war der dritte Spieltag der laufenden Saison, und ich habe während des dritten Satzes unseres zweiten Spieles die Halle verlassen.

Ein ungewöhnlicher Schritt – wie kam es dazu? Dazu eine kurze Analyse des Spieltags aus meiner Sicht.

Wir hatten zuerst Gelegenheit, die beiden gegnerischen Mannschaften  – beide in der Tabelle weit über uns – im Spiel gegeneinander zu beobachten. Dann haben wir das Spiel gegen die leicht schlechtere der beiden, Deidesheim, gewonnen, wobei der erste Satz verloren ging und wir uns danach durch eine echte Mannschaftsleistung von Satz zu Satz steigerten. Tatsächlich gelang es sogar, einen verloren scheinenden Satz nach deutlichem Rückstand zu drehen, was uns aufgrund unserer „mentalen Probleme“ seit sehr langer Zeit nicht mehr geglückt ist.

Ich merkte unserer Trainerin gegenüber an, nun stünde die aus meiner Sicht beste Mannschaft auf dem Feld, nachdem am letzten Spieltag die aus ihrer Sicht beste Formation gegen Rheinau nicht überzeugen konnte. Sie sagte, sie sehe das ganz anders.  Diese andere Einschätzung kam dann im zweiten Spiel zum Tragen. Die erfolgreiche Mannschaft aus Spiel 1 wurde auf drei Positionen geschwächt; entsprechend trostlos war das Spiel gegen die tabellenführenden Kartoffelsäcke denn auch. Diese Niederlage geht aus meiner Sicht ausschließlich auf das Konto unserer Trainerin, die hier ein Konzept durchzusetzen versucht, das sich mir möglicherweise aus mangelndem Volleyballverständnis nicht erschließt, das aber in jedem Fall nicht von Erfolg gekrönt ist (0:3).

Dies setzt eine Entwicklung fort, die nicht erst mit dem letzten Spieltag begonnen hat, sondern auch im Grunde die gesamte letzte Saison prägt: für mich nicht nachvollziehbare Aufstellungen, taktische Vorgaben, die das einst Besondere unserer Spielweise bis zur Unkenntlichkeit verwässern („dumb it down“ nennen das die Amerikaner) und Prinzipienreiterei, wo es angebracht wäre, Probleme zu erkennen, anzuerkennen und an ihnen zu arbeiten.

Ich habe jedenfalls beschlossen, mir das erstmal aus der Distanz anzusehen.