… und der Mannheimer Morgen … schweigt natürlich

DImitRandFolgenden Brief habe ich gerade an Mannheims bedauerlicherweise einzige Tageszeitung geschrieben. Mal sehen, ob dort einer zuckt.

Mannheimer Morgen

Chefredaktion

Dudenstraße 12-26

68167 Mannheim

 

Betreff: Infomarkt Bürgerbeteiligung Mannheim

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bedauern haben wir festgestellt, dass Sie trotz umfassender und rechtzeitiger veranstalterseitiger Übersendung von Informationsmaterial mit keiner Zeile über unsere im Betreff genannte Veranstaltung berichtet haben.

Zur Erinnerung: Es handelte sich um den Infomarkt Bürgerbeteiligung Mannheim, veranstaltet vom Verbund der Bürgerinitiativen in Mannheim, auf dem Paradeplatz am gestrigen Samstag, 18. April 2015, von 12:00 bis 15:00 Uhr.

Obgleich dieser Informationstag auf einer sehr breiten Basis stand und Bürgerinnen und Bürger aus allen Bereichen der Mannheimer Gesellschaft sich mit einem so breiten Themenspektrum wie Konversion (Spinelli, Offizierssiedlung), Bundesgartenschau, Bahnlärm, Neugestaltung der Kunsthalle, Rettung der Epiphanias-Kirche, Gentrifizierung, Mietpreisproblematik, der schwelenden Auseinandersetzung um die Wohnungen im sozialen Wohnungsbau am Adolf-Damaschke-Ring, dem geplanten Abriss der Theresien-Kapelle und der Straßenführung durch die Feudenheimer Au sowie dem Erhalt des Sportplatzes in der Rheingoldstraße befasste, zog es Ihre Zeitung vor, die Veranstaltung tot zu schweigen.

Das erscheint uns umso erstaunlicher und unnachvollziehbarer, als alle vier Mannheimer Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters (ja, es gibt vier, auch wenn Sie den vierten, Christian Sommer von Die Partei, augenscheinlich genau wie unsere Veranstaltung zu den ärgerlichen Fakten des kommunalpolitischen Lebens zählen und zu ignorieren beschlossen haben) sowie zahlreiche weitere Vertreter der in den Gemeinderat gewählten Parteien dem Infotag eine so hohe Bedeutung beimaßen, dass sie sich nicht nur selbst am Paradeplatz Informationen aus erster Hand besorgten, sondern auch Redebeiträge zum Thema Bürgerbeteiligung beisteuern.

Man sollte meinen, Themen wie die oben angesprochenen sollten den Mannheimer Morgen nicht nur im Zuge der OB-Wahl, sondern auch als Fragen, die seinen Leserinnen und Lesern unter den Nägeln brennen, interessieren. Wir wüssten gerne von Ihnen, wie es zu diesem eklatanten Versäumnis kommen konnte.

Wir weisen in diesem Zusammenhang auf die demokratischen Spielregeln hin, zu denen neben der wichtigen Rolle der Medien als „vierte Gewalt“ im Staat eben auch ihre Informationspflicht zählt.

Über eine Stellungnahme Ihrerseits würden wir uns freuen.

Hochachtungsvoll

Für den Verbund der Bürgerinitiativen Mannheim

Oliver Hoffmann

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Tatort Mannheim

krimikantine

Am Dienstag, 4. November, 19 Uhr, kommt Spannung in die Kantine des Mannheimer Morgen: Bei der in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Schmitt & Hahn (Kunststraße) veranstalteten sogenannten Krimikantine lese ich zusammen mit zwei weiteren regionalen Krimiautoren. Mein Beitrag wird aus Mimenmord stammen. Anschließend diskutieren wir mit unserem Publikum über den „Tatort Mannheim“, das Phänomen Regionalkrimi und die Eigenheiten unserer Ermittler. Mit dabei sind außer meiner Wenigkeit Marcus Imbsweiler mit Dreamcity und Claus Probst mit Nummer Zwei.

Wann?        Dienstag, den November 2014, 19:00 Uhr

Wieviel?     ab 12,00 EUR

Wo?            Kantine des Mannheimer Morgen, Dudenstraße 12-26, 68167 Mannheim

Pressespiegel

Der Mannheimer Morgen hat offenbar Blut geleckt. In seiner Wirtschaftsbeilage erschien gestern ein Feder&Schwert-Unternehmensporträt. Lest selbst:

Von Mannheim aus direkt ins Reich der Fantasie

Der Verlag Feder & Schwert hat sich seit Jahren auf Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Literatur spezialisiert. Von Michael Hörskens

Götter, die nachts durch die Straßen im viktorianischen London wandeln, eine Leiche in der neuen Ausstellung einer renommierten Galerie oder der Vampir Henry, ein Bastardsohn König Heinrichs VIII., der in Toronto sein Unwesen treibt – es ist fantastische Literatur, die im Mannheimer Verlag Feder & Schwert erscheint. Seit über 20 Jahren veröffentlicht das kleine Unternehmen Bücher der Bereiche Fantasy, Steampunk, Horror, Science-Fiction oder Krimis.

„Wir gehen, wohin uns die Fantasie trägt“, erklärt Oliver Hoffmann, der Verlagsleiter, die Firmenphilosophie. Und dieser Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. So findet Feder & Schwert immer wieder neue Nischen, entwickelt Ideen. „Wir haben daher 2007 unsere origin-Reihe aus der Taufe gehoben“, berichtet Hoffmann. Bei allen Titeln handelt es sich um deutsche Erstveröffentlichungen junger, neuer Autoren im Genre der fantastischen Literatur. Dabei landete der Verlag gleich zu Beginn zwei Volltreffer: Oliver Plaschka aus Speyer gewann mit seinem Roman „Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew“ den Deutschen Phantastikpreis 2008 als bester Debütroman, und die Frankfurterin Ju Honisch erhielt diese Auszeichnung 2009 für „Das Obsidianherz“.

Angefangen hat alles 1989. „Wir waren damals fünf Leute, allesamt Fantastik-Begeisterte aus der Region“, erzählt Hoffmann. Fünf Studenten haben damals begonnen, Fantasy-Rollenspiele zu kreieren. Dabei übernehmen die Spieler die Rollen imaginierter Charaktere und erleben selbst handelnd Abenteuer in einer fantastischen Welt.

Es gibt also in aller Regel weder Spielbrett noch Karten. „Das war für uns damals mehr ein Hobby als ein Beruf“, sagt Hoffmann. Gleich zu Beginn nannten die fünf Gründungsmitglieder ihren Verlag „Feder & Schwert“. Der Germanist Hoffmann arbeitete während dieser Anfangsphase noch drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim, ehe das Team 1993 beschloss, den Verlag als Geschäft zu betreiben.

Feder & Schwert kaufte Spiel-Lizenzen aus den USA, über die Spiele wurde ein Bogen zur Literatur geschlagen. Zusehends verlegten sie dazu noch Fantasy- und Science-Fiction-Romane, verwandte Genres wie Krimis und Thriller kamen dazu, die Auflagen der Bücher wurden erhöht.

„Science-Fiction spielt immer in der Zukunft, Fantasy ersinnt eigene Welten und macht teilweise gesellschaftliche Gegenentwürfe“, unterscheidet Hoffmann einzelne Teilbereiche des Sortiments. „Fantastik hat fantastische literarische Vorläufer“, sagt er und nennt E.T.A. Hoffmann, Jules Verne oder Tolkien, aber auch die Dracula- und Frankenstein-Schauerromane.

Zum Verlagsangebot gehört der schaurig-schöne Horror längst vergangener Epochen in all seinen Facetten, wo man in die nachtdunklen Schluchten von Großstädten eintaucht, um in den Abgründen des Übernatürlichen die ureigene Faszination des Schreckens zu erleben.

Oder die Trilogie der New-York-Times-Bestseller-Autorin Charlaine Harris, die Elemente klassischer Vampir-Literatur mit Romantasy verbindet und unter dem Titel „True Blood“ bereits seit 2009 im deutschen Pay-TV und bei RTL II zu sehen ist. Seit 2009 hat Feder & Schwert nach eigenen Angaben zudem als erster deutscher Verlag den Fantasy-Trend „Steampunk“ im Programm, der die viktorianische Ära thematisiert und aus Großbritannien und den USA nach Deutschland schwappte.

„Wir arbeiten seit Jahren mit Literatur-Agenten in London und New York zusammen“, erzählt Hoffmann, daher stammten 70 Prozent der im Verlag erscheinenden Bücher aus dem anglo-amerikanischen Raum. „Wir betreiben aber auch selbst Scouting und geben deutschen Schriftstellern eine Chance.“

Neben Belletristik bietet Feder & Schwert als weiteres Standbein Dienstleistungen im Bereich kreativer Werbemaßnahmen, Konzeption, Design und Texterstellung an. „Wir geben anderen Verlagen, Computerspielfirmen, Werbeagenturen und allen anderen, die Bedarf daran haben, Hilfestellung im Bereich unserer Kernkompetenz: Geschichten erzählen“, sagt Verlagsleiter Hoffmann.

Im kleinen Team von acht Beschäftigten (vier Eigentümer und vier Mitarbeiter) realisiert der Verlag im Mannheimer Stadtteil Käfertal sein Sortiment. Lektorat, Gestaltung, Cover-Design und Satz erfolgen im Haus, ebenso das Korrektorat, zu dem noch einige freie Mitarbeiter hinzugezogen werden.

Wirtschaftsmorgen
23. November 2011

Der Mannheimer Morgen: Journalismus, wie er gar nicht geht

Am kommenden Freitag beginnt der Perry-Rhodan-WeltCon 2011, hier in Mannheim, im schönen Kongresszentrum Rosengarten. Der Pabel-Moewig-Verlag in Gestalt meines lieben Kollegen Klaus Frick hatte Feder & Schwert zur Mitveranstaltung der Lesenacht „Phantastisches Mannheim“ eingeladen. Wir haben gerne eingewilligt und zusammen mit den Kollegen aus Rastatt ein attraktives Freitagsprogramm von Andreas Eschbach über Oliver Plaschka und Ju Honisch bis hin zu Kai Meyer und Markus Heitz aus der Taufe gehoben.

Dass die Veranstaltung eine große Sache wird, hat sogar der Mannheimer Morgen mitbekommen. Und er hat berichtet. Eine ganze Zeitungsseite, die erste Seite der Wochenendbeilage vom 24. 9. Mit gleich zwei bunten Perry-Bildchen, eins davon richtig schön groß, damit man nicht so merkt, dass der Inhalt des Artikels eine Collage aus der Pressemitteilung und einem Interviewschnipsel mit einem Mannheimer Comichändler ist, der auch Perry verkauft. Ging ja auch nicht anders – denn weder mit uns noch mit Pabel Moewig hat Heike Rentsch, Verfasserin des Ganzseiters, gesprochen. Okay, zugegeben, das wäre Mühe gewesen …

So erfährt der geneigte Leser nun Wichtiges, wie etwa dass Heft Nummer 2614 „Navigator Quistus“ heißen wird. Nur … dass ein Mannheimer Verlag Mitveranstalter des ganzen Spektakels ist, die Info hat es nicht ins Blatt geschafft. Mit keinem einzigen Wort. Gut, dafür hätte man recherchieren müssen. Oder wenigstens mal auf eine der Werbepostkarten gucken, vor denen man sich in Mannheim und Umgebung in keiner Kneipe mehr retten kann. Oder jemanden fragen, der sich auskennt. Aber recherchieren … das machen halt nur die … wie hießen die nochmal?

Journalisten, genau, Frau Rentsch.

Setzen, Sechs.