Vorab enthüllt: 2013 (eine Art Nachlese)

So, die Buchmesse und der BuCon 2012 sind um. Zur Messe sagt die FAZ alles Wesentliche hier, darob enthalte ich mich jeden Kommentars. Angemerkt sei noch, dass ich selten borniertere Gestalten als die Parkplatz-Guerilleros in den gelben Warnwestchen gesehen habe.

Tja, und der BuCon … ich habe mich sehr gefreut, „unsere“ Autoren Judith und Christian Vogt persönlich kennenzulernen. Es war wundervoll, die bezaubernde Julia an meiner Seite zu haben. Und damit wir uns alle den Weg nächstes Jahr sparen können, hier schon mal vorab die Gewinner des

Deutschen Phantastik Preises 2013:

Bester deutschsprachiger Roman:

Markus Heitz: Oneiros

Bestes deutschsprachiges Romandebüt:

Judith und Christian Vogt: Die zerbrochene Puppe

Bester internationaler Roman:

J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit

Beste Serie:

Perry Rhodan

Beste Internet-Seite:

http://www.phantastik-couch.de

Alle anderen Kategorien:

Leute, die keiner kennt und von denen man nichts mehr hören wird

Nichts zu danken, genießt das freie Wochenende!

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Kann er Kanzler?

Nun ist also Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat der SPD gekürt. Auch wenn der dringende Rat, mit der Kandidatenbekanntgabe nicht zu lange zu warten, unter anderem vom von mir als zutiefst verabscheuungswürdig empfundenen Putinbüttel Gerhard Schröder kam, war dies sicher eine gute Idee.

Steinmeier hatte keine Lust, und Kohls Stuntdouble Sigmar „Holterdipolter“ Gabriel bleibt uns so auch erspart – an der Front also alles gut. Zwar jaulen die SPD-Linken, die der Peer schon mal gerne alsl „Heulsusen“ abqualifizert, auf, doch was ich gestern in Steinbrücks Welt im TV sah und hörte, mag mir zumindest vorbehaltlich abweichender Taten des Kandidaten gefallen.

Banken zügeln, Politik in ihrer Vermittlung neu denken, (Finanz-)Eliten in die Pflicht nehmen und den Vertrauensverlust der Politik eingestehen und dann dagegen arbeiten … ich war überrascht. Klang fast wie von mir  😉
Sicher, der Steinbrücks Peer wird sich an seinen Taten messen lassen müssen. Ich hoffe inständig, dass er nicht so ein Wendehals ist wie Franz „Sie wollen mich doch nicht im Ernst an meinen Wahlversprechen messen?“ Müntefering. Aber immerhin verfügt er im Gegensatz zur Kanzlerin über ein klare, intellektuelle Sprache, seine Sätze haben Aussagen statt Sinnvermutungen, und man braucht keinen Wegweiser durch den Nebelkerzendschungel, um ihn zu verstehen.

Und: Man weiß, was man an ihm hat – einen rechten Sozialdemokraten. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Ich bin gespannt auf den Wahlkampf.

Bad dreams are made of this

Seit 2009 gibt es das Wilde Dutzend, einen kleinen, aber feinen Berliner Verlag, der pro Jahr im Schnitt nur etwa ein Buch herausbringt – aber was für Bücher das sind!

Der jüngste Geniestreich ist „Wer kann für böse Träume“, eine Anthologie, in der 15 Autoren (unterschiedlich gut) Grimmsches Märchengut durch die Mangel drehen. Rechtzeitig zum 200. Publikationsjubliäum der Kinder- und Hausmärchen Jakob Grimms kommt das und ist damit ein wenig „trendhopping“, aber das ist angesichts der Qualität des Buches leichten Herzens zu verzeihen.

Natürlich haben mir die (sich an ein erwachsenes Zielpublikum richtenden)  Storys nicht alle gleich gut gefallen – die letztes Jahr für den Deutschen Buchpreis nominierte Angelika Klüssendorf etwa erzählt mit der Einstiegsgeschichte „Von Rüben, Branntwein und fünfundsiebzig Hasensprüngen“ die Geschichte zweier unzertrennlicher Brüder, deren Beziehung in arge Not gerät, äußerst faszinierend, und Christiane Neudecker zeigt in der titelgebenden Geschichte „Wer kann für böse Träume“ mit großartiger Sprache, was passiert wäre, wenn Linda Blair die Hauptrolle im „Teufel mit den 3 goldenen Haaren“ gespielt hätte. Tobis O. Meissner, viel gelobter Fantasyautor und Wahl-Berliner, liefert dagegen m. E. nur gute Routine ab.

Die Einbindung des ganzen in den Mythos um den Verlag – angeblich bezieht das Wilde Dutzend seine Texte aus den geheimen Archiven einer noch geheimeren Geheimloge, mit deren wenigen heute noch aktiven Vertetern man eng zusammenarbeitet – durch Annotationen zu den einzelnen Geschichten hat mir persönlich sehr gut gefallen. Die Vielfalt der Illus ist ein weiterer Punkt, der für das Buch spricht, dass  Jens Weber die Bilder zu „Wenn niemand es wüsste“ von Michael Weins liefert, ist ein besonderes Schmankerl.

Empfehlung: So geht denn hin und kaufet, ihr Bibliophilen und Märchenfans aller Länder. Die Grimms hätten es auch getan.

Text im Plex

Das CinePImagelex Mannheim, Mannheims traditionsreiches Lichtspielhaus auf den Planken, hat eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen: Text im Plex.
Dabei sollen vierteljährlich in einem der Kinosäle bei sonntäglichen Matineen mit Sekt und Häppchen Autoren ihre Bücher vorstellen. Ich habe die Ehre, sie zu eröffnen, und zwar mit dem Facebook-Killer, ersonnen von mir und dem geschätzten Thommy Mardo. Ich hoffe, wir sehen uns zahlreich – zum Zuhören und Anstoßen.
  • Sonntag, 9. Dezember 2012
  • 11:00 (UTC+01)