Die verlorene Puppe

Cover_Puppe2Derzeit habe ich das Vergnügen, den nächsten Geniestreich von Judith & Christian Vogt zu lektorieren, Die verlorene Puppe.

Dieser zweite Roman aus der Welt von Eis&Dampf führt euch in einem Zirkusluftschiff über den unwägbaren Atlantik.

Die verlorene Puppe erscheint im Herbst 2016 bei Feder & Schwert . Ohne zu spoilern kann ich sagen: Freut euch!

Advertisements

Auf der Suche nach dem ewigen Leben

aeternaZur Buchmesse erscheint bei Feder & Schwert ein Leckerbissen für Steampunk-Fans, Akte-X-Afficionados und Liebhaber des Viktorianischen gleichermaßen: Leanna Renee Hiebers Das Omega-Korps, der erste Teil der Æterna-Akten.

Versetzen wir uns ins London des Jahres 1882: Königin Victoria versetzt Harold Spire von der Polizei zur Sonderabteilung Omega. Omega untersucht im Geheimen paranormale und übernatürliche Ereignisse und Personen. Spire, ein Skeptiker und Gerechtigkeitsfanatiker mit Helferkomplex, ist der perfekte Leiter für eine Abteilung, die aus Wissenschaftlern, Gelehrten, Assassinen, Trickbetrügern und einem Wanderzirkus besteht. Spires Forschungschefin ist Rose Everhart, die fest davon überzeugt ist, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt.
Ihre erste Mission: Die Suche nach der Æterna-Elixier, das unsterblich macht. Ein Unfall hat das verborgene Labor in New York City zerstört, in dem Æterna entwickelt wurde, doch die Königin ist überzeugt, dass jemand der Katastrophe entkommen ist …

Film unter Dampf

1899Die Kollegen Nico Mendrek und Mháire Stritter kickstarten derzeit ihren Low-Budget-Steampunk-Film Space 1889 – Secrets of Phobos. Es handelt sich um ein Filmprojekt zum Tischrollenspielerfolg Space 1889 aus dem Hause Uhrwerk. Nico und Mháire wollen einen altmodischen Abenteuerfilm in einem viktorianischen Sci-Fi-Setting drehen. Dieser soll komplett ohne CGI auskommen und wird mit Modellen und vor Ort in Wüsten, passenden Städten und Dschungeln in Europa gedreht. Laufzeit und Budget des Films hängen vom Crowdfunding-Erfolg ab. Das gefundete Geld fließt daher auch in Reisekosten, Kulissen, Requisiten, Modelle und Monsterkostüme. Das Drehbuch stammt den Autoren des Rollenspiels, darunter Space-1889-Chefredakteur Stefan Küppers. Der Film wird passend zum Thema mehrsprachig mit britischen, deutschen und französischen Schauspielern gedreht, die dann englisch untertitelt werden. Wenn die Finanzierung hoch genug ausfällt, wird der Film in mehreren Sprachen synchronisiert werden.

Mehr zum Projekt und die Möglichkeit zur Unterstützung findet ihr hier.

Eis & Dampf gewinnt den dpp

eud

Am gestrigen Samstag, 11. 10. wurde die von unserem Autor Christian Vogt herausgegebene Anthologie Eis & Dampf im Rahmen des 29. Buchmesse-Convents im Bürgerhaus Dreieich als beste Anthologie des Jahres ausgezeichnet. Die Anthologie wurde als erste in Deutschland per Crowdfunding realisiert und spielt in der Welt von Die zerbrochene Puppe (Judith & Christian Vogt, ebenfalls Feder & Schwert), dem Steampunk-Roman, der im vergangenen Jahr den dpp als bester Fantasy-Roman 2013 erhielt. Sie umfasst 13 Kurzgeschichten, von denen über die Hälfte aus den Federn des sehr steampunk-affinen Autorenkollektivs AKzwanzig13 stammt, eine weitere aus der Feder von Stefan „Phanta-News“ Holzhauer.

Mehr Eis, mehr Dampf

Image

Demnächst bei Lovelybooks: Eine Leserunde zu Eis & Dampf mit allerlei Autorengezücht der Anthologie (sicher aber mit Christian Vogt, dem Herausgeber und Mit-Autor, und yours truly, Lektor des Projekts). Wer noch alles mit an Bord geht, wann es losgeht und wie ihr mitmachen könnt: Demnächst erfahrt ihr es hier.

Stay tuned.

Morbus Konstantin: Eine Rezension

ImageKeine Geringere als Eva Bergschneider hat Morbus Konstantin rezensiert. Lest selbst:

Wer Steampunk hört, denkt häufig zuerst an typische Steampunk- Accessoires wie Schweißerbrille oder mechanische Taschenuhr.  Manche glauben, es handele sich um eine Subkultur, die das viktorianische Zeitalter verherrliche.  In der Steampunk-Literatur findet man tatsächlich eine Fülle von technischen Kuriositäten, mit Dampf, Elektrik oder Alchemie betrieben. Verherrlichung der Viktorianischen Ära dagegen selten, sondern eher Welten, die an Dystopien erinnern. Was kein Zufall ist, denn Steampunk entstand als eine parallele Strömung zum Cyberpunk.  So ist auch die Welt in dem Roman „Morbus Konstantin“ von T. Aaron Payton nicht unbedingt eine, in der man gern leben möchte.

Die geheimnisvolle Seuche Morbus Konstantin grassiert im London des Jahres 1864. Im günstigen Fall bewirkt sie eine Geschlechtsumwandlung, die meisten der Infizierten sterben jedoch. In der Nacht leuchten seltsame Lichter am Himmel und in der Themse sind Monster gesichtet worden. Der Stadtteil Whitechapel ist unbewohnbar, denn eine Explosion hat sich dort ereignet und  ewige Feuer hinterlassen. Die Wissenschaft macht enorme Fortschritte, doch sie fordert auch Opfer. Die Beleuchtung Londons mit alchimistischen Lampen geht auf Kosten der Gesundheit der Arbeiter, die diese herstellen. Ein komfortables Leben ist den Adeligen vorbehalten, doch nicht alle Bürger des gehobenen Standes geben sich damit zufrieden.

Die Passionen des Lord Pembroke „Pimm“ Halliday sind alkoholische Getränke und Kriminologie. Meistens hilft er der Polizei aus, doch zuletzt engagierte ihn der berüchtigte Verbrecher Abel Value.  Dessen Geschäft ist die Prostitution, er betreibt legale Häuser mit Roboter-Huren, schickt allerdings auch weiterhin Damen aus Fleisch und Blut auf die Straße. Was verboten ist seitdem man weiß, dass Morbus Konstantin sexuell übertragen wird. Nun tötet jemand seine leichten Mädchen und legt sie vor den Freudenhäusern mit mechanischen Huren ab. Pimm muss herausfinden, wer diese Morde begeht, denn Value weiß um das Geheimnis seiner nicht ganz standesgemäßen Ehe. Die Begutachtung der Leichen führt Pimm zu dem Wissenschaftler Adam, einem übergroßen Mann, der stets eine Maske trägt.  Adam verspricht, dass er einer frischen Leiche eine Zeugenaussage entlocken kann und so legt sich der Amateurdetektiv am Tatort auf die Lauer.

Eleanor Skyler, alias E. Skye ist Zeitungsreporterin mit dem Ehrgeiz, zwielichtige Wahrheiten ans Licht zu zerren. Als Mann verkleidet schleicht sie sich in eines von Values legalen Bordellen, muss aber von dort fliehen. So stolpert sie mitten in Pimms Ermittlungen. Die Verschwörung, die beide aufdecken, übersteigt jede noch so ausgefallene Journalistenfantasie und führt tief in die Abgründe eines Wahnsinns, zu dem nur Genies fähig sind.

„Morbus Konstantin“ ist alles andere, als nur  Science-Fiction im viktorianischen Gewand. Vielmehr spielt der Autor T.A. Payton (alias Tim Pratt) mit Ideen der  Phantastik-Literaten des 19. und 20. Jahrhunderts und kreiert daraus eine neue spektakuläre Story.  Welche Kollegen Payton inspiriert haben, erklärt der Autor selbst in seiner Danksagung. Augenfällig  ist als Vorbild für den Protagonisten Pimm die Figur des Lord Peter Wimsey, Hobbykriminologe aus adeligem Haus, der in Dorothy L. Sayers berühmter Serie elf  Verbrechen löst.  Seine Trunksucht mag  moderneren Kollegen des Noir-Fachs nachempfunden sein. Jedenfalls überzeugt das Ergebnis, der Amateurdetektiv ist ein kluger Kopf und liebenswerter Charakter mit Ecken und Kanten.  

In dieser Hinsicht vielleicht etwas zu glatt, aber äußerst sympathisch kommt die taffe Reporterin Ellie Skyler  daher, die sich selbstbewusst und trickreich in einer Welt durchsetzt, die den Frauen die Rolle der Hausfrau oder Gesellschafterin zuweist.  Noch eindrucksvoller und mit eigenwilligem Esprit gelingt es der verwandelten  Ehefrau  Lords Pembrokes in der nach Geschlechtern getrennten Welt  ihr Ding zu machen.  Freddy  ist eine der faszinierendsten Figuren in einem bunten Ensemble.

Des Weiteren wäre Adam zu nennen, dem Mary Shellys berühmtes Geschöpf Pate stand. Oder Sir Oswald Bertram, der seinen Namen von dem australischen Insektenforscher Oswald Bertram Lower erhielt, dessen wissenschaftliche  Interessen jedoch weit über das Fachgebiet seines Vorbilds hinausgehen.  In dem Roman stecken allerlei Anspielungen auf historische Klassiker, aber auch auf zeitlose Fragen, wie sie der Gesellschafts- oder Science-Fiction Roman stellt. Zum Beispiel die nach Verantwortung und Grenzen des wissenschaftlichen Fortschritts. Wen und was betrachtet man als schützenswertes Individuum? Was rechtfertigt die Sehnsucht nach ewigem Leben? Und nicht zuletzt das Thema Gleichberechtigung. Hier kommt der beschriebenen Krankheit eine Schlüsselrolle zu, da sie die gegebene Rollenverteilung von Mann und Frau auf ungewöhnliche Weise auf den Kopf stellt.  Dies und mehr stellt der Autor in prägnanten, heiteren oder düsteren, manchmal absurd anmutenden Bildern dar, die eine spannende Kriminalgeschichte mit überraschenden Wendungen umrahmen.  Payton konfrontiert seine Helden mit brillanter Bosheit und wahnwitzigen Weltherrschaftsambitionen. Dabei wirken Schurken und Scheusale nicht ausschließlich widerwärtig, sondern sind entweder Opfer der Umstände geworden oder intelligent und  größenwahnsinnig.

Nicht ganz gelungen ist dem Autor der Spannungsaufbau, der in der Mitte des Romans deutliche Hänger aufweist. Hier überlagert manch allzu gedehnter Dialog die drohende Gefahr und einiges fügt sich wie zufällig zum Guten.  Nach etlichen futuristischen Spielereien bis hin zur Nekromantie greift der Autor zum Schluss noch in die Cthulhu’sche Horrorkiste, was eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Die Story hätte genügend passendere Ansätze für ein finales Spektakel gehabt.  


Fazit

Insgesamt bietet „Morbus Konstantin“ feinste Steampunk-Unterhaltung mit allerlei verrückten Ideen abseits des Genreüblichen und einer originellen, im besten Sinne englischen Kriminalgeschichte. Besonders bei der Wahl und Ausgestaltung seiner Charaktere hat der Autor viel Sinn für Humor und Originalität bewiesen.


Pro & Contra

+ Charaktere
+ technischer Einfallsreichtum
+ Bezug zu gesellschaftlichen Themen

–  übertriebener Horror im Finale
–  glückliche Fügungen

Wertung: 

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

Steampunk-Leseevent in der Frankfurter ArtBar

artbarFrankfurt Art Bar
Ziegelhüttenweg 32, 60594 Frankfurt am Main, 18. 2., 20 Uhr:

Vier preisgekrönte AutorInnen auf einmal lesen aus ihren Romanen!

Steampunk begann in den 80er Jahren als Literaturgattung und Kunstgenre und weitete sich zur echten Subkultur aus. Sie idealisiert und verfremdet das viktorianische Zeitalter und erweitert es zugleich durch die Ideenwelt einer detailverliebten Phantastik. Steampunk ist Kunst und Krempel, Lebensgefühl, Seelenurlaub von der allzu glatten Gegenwart.
Folgende Bücher werden präsentiert:

Ju Honisch: „Schwingen aus Stein“
Bayern, 1867. Gegen den realen historischen Hintergrund setzt die Lokalmatadorin Honisch ein phantastisches Abenteuern. Schmuggler, Mörder, Wölfe, Ungeheuer, Geistwesen, Magier und exorzierende Mönche der aus früheren Honisch-Romanen bekannten Fraternitas Lucis – sie alle sind ins Geschehen verstrickt, und sie alle haben ihre sehr eigenen Pläne für die Heldinnen des Buches.
Die Frankfurter Autorin erhielt für ihr Erstlingswerk „Das Obsidianherz“ 2009 den Deutschen Phantastik Preis für das beste Romandebüt.

Judith & Christian Vogt: „Die zerbrochene Puppe“
In einem eiszeitlichen 19. Jh. verliert ein junger Mann seine Frau. Durch die Puppe Ynge, Begleiterin aus Kindertagen, spricht sie weiter zu ihrem Witwer, der sich auf eine schwimmende Stadt auf dem Eisberg, in Opiumhöhlen und zu einem wahnsinnigen Professor, zum Luftschiffhafen Hochgotland und zu den freien Friesen der norddeutschen Küsten begibt, um ihren Mörder zu finden.
Judith und Christian leben in Aachen. Die zerbrochene „Puppe“ ist ihr erster gemeinsamer Roman, der 2013 den Deutschen Phantastik Preis als bester deutschsprachiger Roman erhielt.

Oliver Plaschka: „Der Kristallpalast“
London 1851. Miss Niobe gerät in einen Machtkampf um ein Artefakt, dessen Ursprünge bis weit in die Vergangenheit des fernen Indiens reichen. Feindliche Agenten und eine Geheimloge streben danach. Alle Spuren führen zum Kristallpalast, dem prunkvollen Bauwerk, in dem in wenigen Tagen die Königin, ihr Hofstaat und Besucher aus aller Herren Länder zusammenkommen sollen …
Plaschka hat zahlreiche Romane veröffentlicht. Für sein Erstlingswerk „Fairwater“ erhielt er 2008 den Deutschen Phantastik Preis für das beste Romandebüt.

 

Steampunker aller Länder – nix wie hin und zuhören!

Für Elisabeth

Image

Heute überlasse ich das Wort im Blog sehr gerne Martin Engelhardt, der erzählt, warum seiner Tochter Elisabeth unsere Anthologie Eis & Dampf gewidmet ist, was sie in Judith Vogts Geschichte Der Puppenmacher führt und dass eine gewisse Luftschiffpiratin sehr glücklich über ihre Anwesenheit ist:

Rett-Syndrom goes Steampunk?

Was haben eine Steampunk Anthologie und ein Mädchen mit Rett-Syndrom gemeinsam?

Dies bedarf einer kleinen Geschichte:
Mein Name ist Martin Engelhardt, ich bin Vater einer 12-jährigen Tochter mit dem schönen Namen Elisabeth, die am Rett-Syndrom erkrankt ist.

Was ist das Rett-Syndrom?

Das Rett-Syndrom ist eine genetisch verursachte Erkrankung mit der Folge einer schweren geistigen und körperlichen Behinderung, die fast ausschließlich Mädchen betrifft.
Im September 2013 traf ich beiden Autoren Judith und Christian Vogt auf einem Pen-und-Paper-Rollenspiel Wochenende in meiner Heimatstadt Wuppertal.
Die Sprache kam auf die geplante Anthologie der beiden zum Thema Steampunk, die Geschichten darin sollten in der Welt der „Zerbrochenen Puppe“ spielen, eines Romans, für den Judith und Christian Vogt im Oktober dann den Deutschen Phantastik Preis 2013 gewannen. An der Stelle auch nochmal meinen Glückwunsch!

Leider sind Anthologien in Deutschland so gut nicht über normale Verlagsarbeit zu finanzieren, zu groß ist den Verlagen das Risiko, dass eine Kurzgeschichtensammlung kein wirtschaftlicher Erfolg wird.
Also hatten sich die beiden entschlossen, über StartNext, eine deutsche Crowdfunding-Plattform, die Finanzierung sicherzustellen.
Wer diese Art von Finanzierung nicht kennt: Hier kann man Projekten, die dort vorgestellt werden, Geld spenden und bekommt dafür ein Dankeschön. Bei Computerhardware kann dies z. B. die neu zu entwickelnde Hardware sein. Bei Kunst und Büchern ist das natürlich immer ein wenig schwieriger … das Buch kann ich mir ja auch einfach kaufen, falls es publiziert wird, warum sollte man also spenden?
Also hatten die beiden ein paar tolle Einfälle, um potentielle „Investoren“ anzuziehen. Neben dem eigentlichen Buch konnte man u. a. eine Buchlesung der Autoren gegen eine Spende bekommen, ein tolles Poster des Buchcovers usw.
Eines der Dankeschöns für eine Spende war: „Dein Name in einer der Kurzgeschichten“. Hörte sich toll an, aber warum sollte mein Name in einem Buch auftauchen? So groß ist mein Ego nicht. Auf der anderen Seite wollte ich das Projekt gerne unterstützen.
Bis mir ein Gedanke kam: „Warum verschenke ich das nicht einfach an meine Tochter Elisabeth?“

Der Name Elisabeth passt ja auch sehr gut in einen viktorianisch angehauchten Buchbackground, und es wäre ein tolles Geschenk für Weihnachten.
An der Stelle muss man wissen, dass Geschenke für ein schwerst mehrfachbehindertes Kind zu finden sehr, sehr schwer sein kann.
Es muss etwas sein, was zu ihr passt, was ihr Spaß macht, wovon sie etwas hat … und dann stehen Sie als Eltern jeden Geburtstag und Weihnachten da und machen sich Gedanken, bis der Kopf raucht.
Es soll ja auch nicht nur etwas sein, was das eigene Gewissen beruhigt.

Elisabeth liebt es, Geschichten zu hören, vorgelesen zu bekommen und Hörbüchern zu lauschen. War bei den Eltern, die beides gelernte Buchhändler sind, auch nicht anders zu erwarten.
Also war das doch mal ein tolles Geschenk, Elisabeth würde ihren eigenen Namen in einer spannenden Geschichte hören und sicher in ihrer Schulgruppe auch stolz darüber berichten, und der Lehrer in der Schule kann dann die Geschichte auch vorlesen.
Also gesagt, getan. Die Spende zum Eis-und-Dampf-Projekt online getätigt, und da die Herausgeber ja noch vor Ort waren, denen direkt den Namen meiner Tochter mitgeteilt.
Auf die Frage: Warum für meine Tochter, erzählte ich von den Problemen, passende Geschenke zu finden und was für eine Behinderung Elisabeth hat.

Ein paar Tage nach dem Treffen kamen die Herausgeben auf mich zu, es hätten sich verschieden Autoren gefunden, die Elisabeth gerne in Ihre Geschichte aufnehmen könnten, als Name, aber auch gerne als „Sidekick“ eines der Helden (wie Robin bei Batman) oder eben in Judiths eigener Kurzgeschichte, die eine der wichtigen Begebenheiten aus Ihrem Roman „Die zerbrochenen Puppe“ näher beleuchtet.
Judith fragte mich, ob Elisabeth denn mit oder ohne Ihre Behinderung auftauchen sollte, und nach einem Gespräch mit meiner Frau entschlossen wir uns, Elisabeth so erscheinen zu lassen, wie sie ist. Ein schwerstbehindertes Kind, das aber trotz allem glücklich ist, lacht und einen tollen Humor hat, der unser Leben ungeheuer bereichert. Judith solle sie sehr gerne in ihre Geschichte „Der Puppenmacher” aufnehmen.
Das Ergebnis können Sie nun in gedruckter Fassung und als E-Book kaufen.
Die Finanzierung durch das Crowdfunding bei StartNext hat also wunderbar funktioniert.

Natürlich können Sie es online kaufen, aber auch bei dem Buchhändler um die Ecke. Gehen Sie ruhig mal wieder zu ihm hin und lassen Sie sich beraten. So unter echten Menschen klappt das viel besser als nur online. Nehmen Sie diese Buch mit, aber vielleicht auch noch das eine oder andere von den Autoren dieser Anthologie.
Lesen Sie, was all diese Helden in den Geschichten erleben, welche tolle Welt sich dort vor Ihrem geistigen Auge erstreckt und tauchen Sie darin ein.
Nicht nur Fans von Steampunk und Jules Verne werden ihre Freude haben.

Was Sie auch lesen werden, ist die weltweit erste publizierte Geschichte, in der ein Rett-Mädchen entscheidend in die Geschichte einer Welt eingreift und in der man erfährt, warum eine Piratin dem Mädchen extrem dankbar sein wird …
Elisabeth hat ihrer Geschichte (und inzwischen auch den anderen) aufmerksam gelauscht, und als ihr klar wurde, dass sie dort eine Rolle spielt, hat sie erst mit ihren Augen gelacht und dann ganz doll gegrinst. Sie war richtig stolz darauf, dabei zu sein und ihren Namen sowie die Beschreibung von sich selber in einer der Geschichten zu hören.
Lesen Sie diese Anthologie, lesen Sie den Roman, der den Grundstein für diese Steampunk-Welt legte: „Die zerbrochene Puppe“, lesen Sie aber auch die Werke der anderen Autoren. Wir brauchen eine deutsche Autorenszene, die aus mehr als den Top-10-Bestseller-Listen besteht, die immer nur den gleichen Mainstream bearbeiten. Ohne die Herausgeber und Autoren hätte meine Tochter nie so ein tolles Geschenk bekommen, und Sie wüssten nun gar nicht, was das Rett-Syndrom ist und wie Crowdfunding funktioniert.

Mehr Infos zum Rett-Syndrom finden Sie auf www.rett.de.

Unser Dank an alle Autoren von Eis und Dampf, an den Verlag und besonders an die beiden Herausgeben Judith und Christian Vogt.
Ihr habt ein Mädchen sehr glücklich und stolz gemacht!

Ihr

Martin Engelhardt

Im Dezember 2013

Luftschiffe über Leipzig

Image

Nun steht es fest: Eine Reihe unserer Steampunk-Autoren der Anthologie Eis und Dampf, darunter Judith und Christian Vogt, werden das Werk auf der Buchmesse Leipzig am Sonntag, 14.00-14.30 auf der Fantasy-Leseinsel vorstellen.

Ein Pflichttermin für alle Steampunker! Sagt es weiter … und dann nichts wie hin und Stil & Präsenz zeigen.