Neues vom Kaffeewärmermann

Benny, alter Inquisitor von Gottes Gnaden!

Nein, besonders lustig ist der diesmonatige TITANIC-Titel nicht. Er ist zugegebenermaßen eher Ausdruck einer Faszination für präpubertären Fäkalhumor als für fein ziselierte Satireattacken.

Aber auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Und wenn dann das Oberhaupt eines Staates, das die UNO-Menschenrechtserklärung nicht unterschrieben hat, das (und ja, ich zitiere mich hier bewusst und gerne gebetsmühlenartig selbst) seriell ein Geschlecht (Frauen) und eine Lebensform (Homosexualität) diskriminiert und auch sonst recht mittelalterlich daherkommt, wenn dieser Mann also, der sich im Falle der tausendfachen sexuellen Übergriffe seiner Diener auf Kinder ebenso auf „besonderes Kirchenrecht“ beruft wie im Falle der faschistischen Holocaustleugner von der Piusbruderschaft, dann aufheult, weil ihn einer derb verspottet, und wenn er dann noch mit Hilfe der Justiz die deutsche Pressefreiheit einschränkt … und wenn zu guter Letzt der CSU-Goppel pflichtschuldig ins selbe Horn stößt und dem TITANIC-Chefredakteur „das Recht zu schreiben“ aberkennen will (Reichsschriftleitergesetz, ick hör dir trapsen …), dann bleibt mir nur zu sagen:

Volltreffer, TITANIC.

Und weils so schön war und die TITANIC es nicht mehr verbreiten dürfen soll:

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Der Mann mit dem Kaffeewärmer

Nun isser also wieder weg, der Benny. Gut so. Viel Unnötiges hat er geredet, und die Menschen sind zu ihm hingerannt, als wär‘ es Robbie Williams oder Justin Bieber … dabei besteht nicht mal beim allerbesten Willen eine auch nur oberflächliche Ähnlichkeit. Immerhin weiß ich jetzt, wo der in der Erbmasse fehlende Kaffeewärmer hingekommen ist, der jahrzehntelang das Küchentischambiente meiner verstorbenen Großmutter Babette prägte (s. Bild). Wie er nach Rom gekommen ist, ist mir allerdings nach wie vor schleierhaft.

Genau wie eine Reihe anderer Dinge übrigens. Bis heute hat mir keiner genau erklären können, in welcher Funktion der Herr Ratzinger vor dem Bundestag, der ja mich, der ich Angehöriger des deutschen Volkes bin,  als Teil-Souverän in Berlin vertritt, geredet hat.

War es als Oberhaupt der katholischen Kirche? Kann eigentlich nicht sein, denn im Grundgesetz steht dieser Gleichbehandlungsgrundsatz … und der Dalai Lama hat nicht im Bundestag reden dürfen. Das finde ich ich prima, denn ich bin für eine strenge(re) Trennung von Kirche und Staat, aber wenn es der „Peter Lustig für enttäuschte Christen“ (danke Hagen Rether!) nicht durfte, dann sollte es der bayrische Gottes-CEO auch nicht dürfen.

Oder war es als Staatsoberhaupt des Vatikans? Kann eigentlich nicht sein, denn Staaten, die die UN-Menschenrechtserklärung nicht unterschrieben haben, finden wir gemeinhin pfui, und dass der Gottesstaat seriell Menschen u. a. aufgrund von Geschlecht, Religionszugehörigkeit und sexueller Präferenz usw. diskriminiert, steht ja sicher außer Frage.

Hmmm … geheimnisvoll. Haben wir also all das schöne Geld aus Versehen für einen Religionsführer oder aus Unachtsamkeit für das Oberhaupt eines undemokratischen Staates mit mittelalterlichem Menschenbild ausgegeben? Ach, ist ja eigentlich egal … futsch isses in jedem Fall, der Herr Großinquisitor a. D. ist wieder daheim … schade nur um meinen Kaffeewärmer.