Viva la Revolución

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Ich glaube langsam tatsächlich, anders geht es nicht mehr. ich habe das Belogenwerden satt. Bitte lest folgenden Text von Konstantin Wecker von Ende letzter Woche.
Danke, Konstantin.

 

Liebe Freunde,

was wäre, wenn die ISIS-Terroristen nach wie vor von westlichen Diensten und von Finanzen über Golf-Emirate und Saudi-Arabien unterstützt würden, um gegen syrische Regierungstruppen ihre unsäglichen Verbrechen zu begehen?
Was wäre, wenn sie in Syrien nützliche Schlächter wären, da durch die Zerschlagung des syrischen Staates auch Stützpunkte der Russischen Föderation im Persischen Golf angegriffen würden?
Was wäre, wenn es dabei nicht zuletzt auch um große Erdgasvorkommen ginge?
Was wäre, wenn eine andauernde Instabilität im Nahen Osten geradezu erwünscht wäre, um militärische Dauerpräsenz damit zu rechtfertigen?
Was wäre, wenn es ohne die westliche Politik das augenblickliche Hauptproblem der stets gedemütigten Kurden, den ‚Islamischen Staat‘ (IS), gar nicht gäbe?
„Jahrelang haben die USA die Waffenlieferungen Saudi-Arabiens und anderer Golfstaaten an syrische Terroristen wohlwollend durchgewinkt. Saudi-Arabien – Deutschlands angeblicher ‚Stabilitätsanker‘ – besitzt ja Waffen im Überfluss. Vor allem westlicher, auch deutscher Produktion. Aus einigen dieser von den Saudis ausgerüsteten Organisationen entstand ISIS, die sich später in ‚Islamischer Staat‘ (IS) umbenannte“, schreibt Jürgen Todenhöfer.
Was wäre, wenn wir einige dieser Waffen, die wir jetzt an die bedrängten Kurden liefern, schon bald in den Händen islamistischer Mörderbanden sehen würden?
In Mali, Zentralafrika, Nigeria?
Was wäre, wenn all dieser Wahnsinn wohlgelitten wäre, um dann immer wieder aus „humanitären Gründen“ eingreifen zu können, wieder Waffen verkaufen zu können, die Welt in Unruhe zu halten, anstatt endlich zuzugeben, dass das kapitalistische System immer wieder Kriege braucht, um sich am Leben zu halten und seine Statthalter weiter zu bereichern?
Kapitalismus war schon als Kind Scheiße, hab ich als Graffiti mal gesehen.
Und es gefällt mir immer besser.
Ja, Freunde, was wäre, wenn wir einfach andauernd unglaublich betrogen und belogen und beschissen würden von Menschen, deren Gier nach materiellem Reichtum unersättlich ist?
Und von deren Handlangern, den großen Medienkonzernen?
Was wäre dann, wenn das so wäre?
Was wäre, wenn die Demokratie schon lange auf dem Altar der Geheimabsprachen der Konzerne geopfert worden wäre?
Wenn die Zentralbanken, in denen die Entscheidungsträger ja doch nie gewählt werden könnten, schon seit langem mehr zu sagen hätten, als die sogenannten demokratischen Staaten? Die Europäische Zentralbank, die EZB, zum Beispiel stellt ja einen Zusammenschluß europäischer Privatbanken dar, nicht eine Institution der EU!
Was wäre, wenn gar nicht mehr Demokratie drin ist, wo Demokratie draufsteht?
Was wäre, wenn Demokratie nichts als ein Etikettenschwindel wäre?
Ich glaube weiter an die Kraft der Veränderung.
Aber zuallererst müssen wir uns gegen die Nebelkerzen wehren, mit denen wir täglich beschossen werden.

Und wenn wir dann sähen, dass dieses „was wäre wenn“ auch so ist und nicht nur wäre, würden wir dann endlich aufstehen?
Was wäre, wenn wir kein Wunder bräuchten, sondern eine Revolution?

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Sommerputz

im-himmel-putzen, (c) Angela Sp.

So, heute habe ich mal „Facility Management“ gemacht und ein wenig die Link-Sektion aufgeräumt.

Dabei habe ich unter anderem endlich auch die Agentur Libelli verlinkt, die meine langjährige Weggefährtin und Kollegin Birte Lilienthal in Berlin mit ins Leben gerufen hat. Die Damen bieten Dienstleistungen rund ums Buch an, vor allem im Sektor Romance.

Viel Spaß beim Stöbern!

Reform-bedürftig

antikapWer kennt sie nicht, die CreditReform, jene Furunkel am runzligen Arsch des Kapitalismus … eine Firma, die Geld damit macht, andere zu bewerten, ob die das wollen oder nicht.

Sie ist quasi auf dem Unternehmens-Binnensektor das, was die nicht weniger verachtenswerte SchuFa für Privatmenschen und die Rating-Agenturen, für die mir noch meine ekelerregendsten Adjektive zu schade sind, für Staaten sind.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Privatwirtschaftliche Firmen, die sich daran bereichern, andere willkürlich mit Zensuren zu versehen, und dabei bestenfalls – wie im Falle der SchuFa – noch erfolgreich versuchen, sich den Anstrich zu geben, als seien sie  in irgendeiner Form behördenähnlich oder sonstwie staatlich legitimiert.

So abscheulich ich das aber an sich schon finde – man muss ja nicht mit denen arbeiten. Dachte ich. Und setzte es auch um: Die Firma, an der ich maßgeblich beteiligt bin, wirft Anfragen der CreditReform nach Auskünften seit über einem Jahrzehnt ungeöffnet weg.

Doch nun überkam sie uns: Wir möchten bei unserem magentafarbenen Telekommunkationanbieter einen Tarifwechsel vornehmen. Um den zu beantragen, MUSS ich unterschreiben, dass ich mit einer Bonitätsprüfung durch die Aasgeier CreditReform einverstanden bin. Wir haben alles angeboten: Bankauskunft unserer Hausbank, Schreiben unseres vereidigten Steuerberaters, BWA, Bilanz. Nix da. Es muss das völlig irrelevante privatwirtschaftliche Unternehmen sein, denn „das ist Teil unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ (Zitat Sachbearbeiterin der Telekom).

Ich rechen fest damti, dass die CreditReform unsere Bonität schlecht bewertet, schlicht weil wir nicht mit ihr reden mögen. Und wieder einmal kann ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

Amazon (2)

Verleger Markus Hatzer (Foto Bernhard Aichner)

Nein, die ist kein offener Brief – obwohl ich was mit Büchern mache und zum Thema Amazon und Amazon-Bashing eine sehr dezidierte Meinung habe (s. auch vor paar Tagen, in diesem meinem Blog).

Ich möchte heute (Verzeihung ) auf das Feuilleton der FAZ und dei weisen Worte eines dort befragten Verlegerkollegen zum Thema hinweisen.

Und wenn ich noch einmal „Beugehaft“ höre, krieg ich Bauchschmerzen vor Lachen.

http://www.faz.net/-i19-7s73e

Im Amazon-Dschungel: Eine Expeditionsnotiz

amazon
Ich gestehe es: Sowohl ich privat als auch der Verlag, an dem ich maßgeblich beteiligt bin, arbeiten in mannigfaltiger Weise mit dem Bösen zusammen. Also mit Amazon. Nun hat man ja in der ZEIT nachlesen können, wie schrecklich knapp zwei Dutzend großkopfete und (teils selbsternannt, teils von des bürgerlichen Feuilletons Gnaden)  „bedeutende“ Autoren unser aller Lieblingsverlagshändler finden, von Roger Willemsen bis Jonathan Frantzen.
Wie geht man damit um? Klar, zunächst könnte man es sich einfach machen und sagen „also wenn Sibylle Lewitscharoff öffentlich bekundet, Amazon mies zu finden („Es wäre mir lieb, wenn dort überhaupt keine Bücher mehr vertrieben würden“), dann müssen die eigentlich super sein.“
Man kann aber auch die Klagen ernst nehmen und drüber nachdenken. Das getan habend beschleicht mich zunehmend der Verdacht, die sog. Publikumsverlage nehmen hier eine Mischposition ein aus dem Fuchs, dem die Trauben zu sauer sind, und dem, den es grämt, dass andere bessere Ideen früher hatten und einfach näher am Kunden sind (bzw. überhaupt noch welche haben).
  • Was die vielbeklagten Konditionen angeht: Die kann man verhandeln. Klar, das ist Arbeit, aber es geht. Und mehr als das Barsortiment fordert Amazon vielleicht, man darf es halt dann nicht einräumen.
  • Ja, Amazon scheint, wenn man den Medien glauben schenken kann, seine Mitarbeiter schlecht zu bezahlen. Da ist dringend Handlungsbedarf geboten. Für so was haben wir Gewerkschaften, und da muss evtl. sogar mal der Gesetzgeber Eier beweisen.  Dann tanzen in Bad Hersfeld bestimmt bald auch abends die Mitarbeiter frohlockend über den Geldsegen aus dem Haus wie heute schon, sagen wir, aus manchem Münchner Publikumsverlag.
  • Ansonsten zitiere ich den Kollegen Klaus Frick: „Amazon ist nicht deshalb der größte Versandhändler geworden, weil man dort böse ist. Amazon ist erfolgreich, weil er die gültigen Schlupflöcher im Steuerrecht ausnutzt, weil er sich beim Lohn an die kapitalistischen Grundregeln hält und Subventionen dort abgreift, wo der Staat sie bereitwillig hinlegt.“ Ob wir (also der Staat) das wollen, haben wir in der Hand (s. o., Eier haben & Staat).

Hingegen:

  • Ohne Amazon wäre F&S vermutlich schon tot. Im Grunde alle Buchhandelsketten beweisen kleinen Anbietern gegenüber blanke Ignoranz. Ihre Ausstellungsflächen kosten Geld, Katalogplatzierungen kosten Geld … aber DAS ist natürlich nicht böse & kapitalistisch.
  • Wenn ich für Amazon freelance, verdiene ich gut.
  • Viele Selfpublisher haben Amazon einiges zu verdanken

Also, liebe Publikumsverlage, Ball flachhalten und wenn ihr mit An-die-eigene-Nase-fassen fertig seid, den Finger in die hausgemachten Wunden legen. Dass Frau Lewitscharoff & Co. das Lied dessen singen, dessen Brot sie essen und das konservative Bewahrfeuilleton das herumposaunt, kann ich aus pekuniärem Blickwinkel verstehen. Aber: anderer Sport, andere Liga.

So, das war’s für den Moment … ich muss weiterarbeiten, ich mach‘ nämlich was mit Büchern.

 

Jobs in Mannheim

manifest

Zum Wochenende noch ein Hinweis für LeserInnen meines Blogs, die mir nicht in der Fratzenkladde folgen.

Eine Agentur aus Mannheim, die ich ganz schön cool finde, nämlich die business design people AG, verstärkt sich derzeit. Die Jungs suchen einen Social Media Manager und einen Event- & Network-Manager. Schaut doch, wenn ihr in Mannheim einen spannenden Job sucht, mal auf der HP vorbei.