Kriminell

krimidinnerWer unter euch auf Krimidinner steht, der hat künftig die Chance, mir – und nicht nur mir, sondern auch meiner wundervollen Frau Julia Becker und dem geschätzten Kollegen Oliver Graute – bei einem solchen in allerlei Rollen und bei hervorragenden Menüs zu begegnen.

Die Agentur Erlebnisraum, die seit Jahren mit mehreren Stücken und stetig wachsendem Erfolg durch Deutschland und das deutschsprachige Ausland tourt, hat uns nämlich als Darsteller engagiert.

Demnächst mehr, wenn es wieder einmal heißt: „Sherlock, übernehmen Sie“ und der Mann mit der Deerstalker antwortet: „Elementar, Hoffmann.“

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Zu feige, selbst im Rücktritt

franz-beckenbauer-wolfgang-niersbachJetzt ist er also weg, der Wolfgang Niersbach, und ich bereite schon mal den Blogeintrag zum Abgang des Ex-„Teamchefs“ Beckenbauer vor, des bayrischen Postobersekretärssohns, der so geschickt die eigene Legende häkelte, dass man sich zum Beiwort von der „Lichtgestalt“ verstieg. Ach nein – das wird ja nicht geschehen, der „Kaiser“ darf die Krone weiter tragen und wird weiter in Schweizer Chalets lichtgestalten, denn das Bauernopfer N. ist gefallen. Der andere Bauer N., der Netzer also, wird auch keine Konsequenzen zu fürchten haben, obwohl er gelogen und den Herrn Zwanziger zur Ablenkung der Lüge bezichtigt haben dürfte.

Bemerkenswert scheint mir aber auch, was der Herr Niesbach da sagt, als er vor die Presse tritt, das „Wording“, wie es neudeutsch für die heißt, die für „Formulierung“ keine Zeit haben. „Es sind Dinge vorgefallen“, sagt er, die ihn zum Rücktritt veranlasst hätten.

Schön, wie da Wirklichkeit zurechtgelogen werden soll, damit man sie selbst besser erträgt. Dinge „fallen nicht vor“. Überweisungen tätigen sich nicht selbst. Menschen überweisen Geld. Menschen lassen sich bestechen. Menschen machen Fehler und laden Schuld auf sich.

Das finde ich menschlich und verstehbar. Doch dieses Leugnen der Täterschaft bis zum Schluss mag sich mir nicht erschließen.

Sie schlagen alles Kurz und klein …

… oder vom Versagen der Frau Kuballa und der Umweltignoranz der Mannheimer Stadtverwaltung.

baum bismarck

Es ist höchste Zeit, dass wir – und damit meine ich alle auch nur entfernt an ökologischen Fragen und/oder Grundgedanken zum Thema Bürgerbeteiligung und Demokratie interessierten MannheimerInnen – uns gegen die Willkür der Mannheimer Stadtverwaltung wehren.
Die Initiative „SOS STADTBAUM“ lädt alle interessierten BürgerInnen deshalb zu einer Protest- und Diskussionsveranstaltung ein.
Am Mittwoch, dem 4. November 2015 um 19:30 Uhr im Wirtshaus Uhland in der Langen Rötterstraße.
Der Grund: Wir sind sprachlos und wütend.
Am vergangenen Donnerstag, dem 29.10. 2015 wurden in einer Eilaktion 10 das Stadtbild prägende hundert Jahre alte Bäume in der Bismarckstrasse gefällt. Diese überfallartige Aktion der Stadtverwaltung sollte augenscheinlich Proteste verhindern. Rücksichtslos und gegen jegliche Argumente resistent wird in Mannheim abgeholzt. Dabei war diese Maßnahme vollkommen unnötig, sondern wieder nur ein Auswuchs des Filzes und Zustimmungskaufs innerhalb der städtischen Gremien.
Wir beharren darauf: Es wurden in der Bismarckstraße große Bäume aufgrund einer Falschinformation gefällt.
Es wird behauptet, die Platanen hätten der geplanten neuen Radspur weichen müssen.
Nota bene: Eine Standard-Radspur hat eine Breite von etwa einem Meter. Die Radspur in der Bismarckstraße soll – ohne jede Notwendigkeit – bis zu 2,72 Meter breit werden! Eine Busspur wird erst ab L3/L4 benötigt; trotzdem wurde die Spur durchgehend als ogenannte „Umweltspur“ geplant, dei sich Radfahrer und Busse teilen sollen (super Idee, übrigens. Erinnert mich an Woody Allen: „Und die Lämmer werden bei den Wölfen liegen – aber sie werden nicht viel Schlaf kriegen.“)
Fahrspuren für den Kraftverkehr hingegen benötigen eine Breite von 2,80 Meter. Die geplanten Fahrspuren in der Bismarckstraße sollen bis zu 3,50 Meter breit werden.
Das ist eigentlich Raum genug, um dort eine Standard-Radspur anzufügen, ohne die Zahl der Kfz-Fahrspuren bzw. die gesamte Fahrbahnbreite ändern zu müssen.
So gradlinig denkt hier die Stadtverwaltung jedoch nicht: Die in der Planung vorgesehenen Spurbreiten werden nicht kritisch hinterfragt.
Klar, dass es bei solcher Platzverschwendung irgendwo eng werden muss. Deshalb hat man einfach Linksabbieger-Spuren in den grünen Mittelstreifen eingefügt, die nun bereits zehn große, gesunde Bäume das Leben gekostet und damit auch den Lebensraum vieler Tiere zerstört haben, und das ganz schnell, bevor sich erboste Bürger diesem Wahnsinn entgegenstellen konnten.
30-40 Bäume stehen noch auf den Planken zur Disposition, 17 50 Jahre alte Kastanien auf T 4/T5, 23 Bäume in der Carl-Benz-Straße und gar 500 in der Offizierssiedlung auf Franklin. Auch hier droht jeden Tag die Vernichtung dieses wertvollen
Baumbestandes – zum Vergleich: In einem „normalen“ Jahr fallen in der Quadratestadt gut 300 Bäume, zumeist wegen Krankheit.
Um solche fahrlässigen und nicht wiedergutzumachenden Aktionen zu verhindern, schrieben wir am 28. August 2015 einen
Offenen Brief an den OB mit der Aufforderung, keine weiteren Bäume dem Bauwahn zu opfern. Leider warten wir bis heute auf eine Antwort von Dr. Kurz. Man könnte auch sagen, die  Hauruckfällung in der Bismarckstraße konstituiere diese Antwort. Dieses Verhalten des Oberbürgermeisters finden wir unhöflich, und es hat mit Demokratie, der von ihm gepriesenen Bürgerbeteiligung und Transparenz überhaupt nichts zu tun.

Aber es passt ins Bild.